Meisterschaft Lena Urbaniak (LG Filstal) Dritte im Kugelstoßen

Voll konzentriert steigerte sich Lena Urbaniak (LG Filstal) bei der Deutschen Meisterschaft in Ulm auf 17,58 Meter und holte sich damit die Bronzemedaille.
Voll konzentriert steigerte sich Lena Urbaniak (LG Filstal) bei der Deutschen Meisterschaft in Ulm auf 17,58 Meter und holte sich damit die Bronzemedaille. © Foto: Iris Hensel
KARL-HEINZ PREUSKER 08.07.2013
Als Sechste der deutschen Rangliste ging Lena Urbaniak (LG Filstal) in die Deutsche Meisterschaft im Kugelstoßen, mit neuer Bestleistung und dem Gewinn der Bronzemedaille schloss sie den Wettkampf ab.

Für die Überraschung im Wettbewerb um die Deutsche Meisterschaft im Kugelstoßen der Frauen bei den Titelkämpfen im Ulmer Donaustadion sorgte Lena Urbaniak von der LG Filstal. Mit ihrer vor zwei Wochen aufgestellten neuen persönlichen Bestleistung von 17,26 Meter war die 20-jährige Böhmenkircherin als Sechste der deutschen Rangliste in den Wettkampf gegangen. In ihrem ersten Versuch ging die Drehstoß-Technikerin auf Nummer sicher, ihre 16,50 Meter brachten sie dennoch gleich auf Platz drei, der Endkampf der besten Acht war erreicht. In ihren vierten Versuch, den ersten des Endkampfs, legte Lena Urbaniak ihre volle Konzentration.

Sie traf das vier Kilogramm schwere Gerät optimal und wuchtete es auf ihre neue persönliche Bestleistung von 17,58 Meter. Damit war Platz drei sicher, den ihr ansonsten ihre langjährige, ein Jahr jüngere Rivalin Shanice Craft (MTG Mannheim) mit 16,55 Meter noch streitig gemacht hätte. Mit ihren 17,58 Meter ist Lena Urbaniak jetzt auf Platz vier der deutschen Jahresbestenliste. Damit hat sie Shanice Craft (17,28 m) überholt - beide werden bei der U 23-Europameisterschaft in Tampere an den Start gehen.

Deutsche Meisterin wurde Christina Schwanitz vom LV Erzgebirge, von 2002 bis 2009 für Neckarsulm im Einsatz, auch wenn sie mit 19,76 Meter ihre Jahresbestleistung von Shanghai (20,20 m) verfehlte. In Abwesenheit der Magdeburgerin Nadine Kleinert (Jahresbestleistung 18,76) wurde Josephine Terlecki (ebenfalls Magdeburg) Zweite. Ihre Freude hielt sich in Grenzen, denn mit 18,25 verfehlte sie die 18,50 Meter, die für die Teilnahme an der WM in Moskau erforderlich sind.

Ihren Kreisrekord hat Lena Urbaniak mit ihrer erneuten Steigerung zum siebten Mal in diesem Jahr verbessert. Begonnen hatte sie das Jahr 2013 mit einem Rekordstoß von 16,83 Meter am 14. April in Metzingen. Am 1. Mai in Bad Boll kam sie auf 16,99, die 17 Meter schaffte sie erstmals am 9. Juni in Rechberghausen. Es folgten die 17,07 Meter von Osterode, und seit dem Sportfest in Schapbach am 23. Juni stand ihr persönlicher Rekord bei 17,26 Meter. Mit ihren 17,58 Meter hat Lena Urbaniak auch ihre inoffizielle Hallenbestleistung von 17,27 Meter deutlich übertroffen.

Speerwerfer Peter Esenwein aus Holzhausen (LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg) hatte sich mit einer Weite von 74,15 Meter für die Meisterschaften qualifiziert. Für den 45-Jährigen war das nach Monate langer Wettkampfpause ein Erfolg, mit dem Ziel, den Endkampf zu erreichen, trat er in Ulm an. Das gelang dem Senior des Feldes nicht ganz, mit 66,55 Meter wurde er Neunter. Die 74,15 Meter hätten den Olympiateilnehmer von Athen 2004, der eine Bestleistung von 87,20 Meter aufweist, auf den siebten Platz gebracht.

Die rund 30 Fans der LG Filstal, die wegen des Stabhochsprungs der Männer ins Stadion gekommen waren, hatten nur wenig Gelegenheit, ihre zwei Starter anzufeuern. Jakob Köhler-Baumann, der seit wenigen Tagen das Abi in der Tasche hat, fand nicht den richtigen Einstieg in den Wettkampf und scheiterte drei Mal an der Anfangshöhe von 5,10 Meter. Dass er mehr kann, hatte er am 9. Juni in Rechberghausen gezeigt, wo er seine persönliche Bestleistung auf 5,25 Meter steigern konnte. Insgesamt acht Sprünge absolvierte Alexander Straub. Die 5,10 Meter schaffte er im zweiten Versuch. Noch spannender machte es der Deutsche Meister von 2009 über 5,30 Meter.

Nach zwei vergeblichen Anläufen gelang es ihm, die Latte zu überqueren. Vergeblich mühte sich der 29-Jährige dann über 5,40 Meter. Von einer Enttäuschung zu sprechen, wäre dennoch falsch, denn nach vielen Verletzungen und Trainingsrückstand entsprechen die 5,30 Meter dem derzeitigen Leistungsstand des Bad Überkingers - seine Jahresbestleistung steht bei 5,35 Meter, ebenso erzielt in Rechberghausen. Für die Fans von der LG Filstal hat sich der Besuch der Meisterschaften dennoch gelohnt, sie erlebten einen spannenden Wettkampf und Spitzenleistungen.