Spielen in zwei Elementen: „Railroad Ink“ gibt es in einer „tiefblauen“ und in einer „knallroten“ Edition – und derweil der Straßen- und Gleisbau im einen Spiel von Flüssen und Seen erschwert wird, brechen bei der anderen Vulkane aus oder schlagen gar Meteore ein. Man merkt schon: Für ein Würfel-Aufschreib-Spiel (Roll and Write) ist das erstaunlich thematisch.

Plättchen malen statt legen

Jede Runde also wird zunächst gewürfelt. Die vier Streckenwürfel geben an, welche Kombinationen von Straßen und Gleisen in ein beliebiges Quadrat auf dem eigenen abwischbaren Tableau mit seinem 7x7-Raster eingezeichnet werden müssen: Kurven, T-Kreuzungen, Geraden – jeweils als Gleis oder als Straße. Es gilt das Carcassonne-Prinzip: Straße darf nur an Straße, Gleis nur an Gleis, nichts nur an nichts anliegen. Zusätzlich darf man auf einer Auswahl von sechs Spezialfeldern bis zu drei pro Spiel einzeichnen – etwa Unterführungen oder Bahnhöfe, die Straßen und Schienen verbinden.

Netzwerken erwünscht

In sieben Runden versuchen die Spieler, an den Rändern schon vorgezeichnete Ein- und Ausfahrten von Straßen und Geleisen über das Raster hinweg zu verbinden. Geschlossene Trassen, Netzwerke, lange Strecken und ausgefüllte Felder im Zentrum geben Extrapunkte. Wem dieses Grundspiel, das beide Editionen bieten, nicht genügt, der kann die Spezialwürfel einbauen, die das Bauen erschweren, aber auch neue Punktequellen eröffnen.

Aus einem Spiel mach zwei

Das Malen der Straßen- und Eisenbahntrassen macht selbst ungeübten Zeichnern meist großen Spaß - und trotz aller Abstraktion entwickelt sich vor den Straßen ein Trassennetz, was sehr belohnend wirkt. Dass da jeder für sich spielt, kann man verschmerzen – zumal man parallel malt, was die Wartezeiten fast auf null minimiert. Glück und Planbarkeit sind schön austariert. Allerdings: Etwas fitzelig ist die Sache schon – und Fehler sind trotz der schmalen Regel schnell gemacht. Und, mal ehrlich: Zwei Spezialwürfel mehr hätten in jeder Box noch Platz gefunden – eine sozusagen „knalltief-violette“ Version wäre durchaus drin gewesen. Wer tatsächlich Tableaus für zwölf Spieler haben möchte, der kann sich ja noch immer ein zweites „Railroad Ink“ kaufen.

In aller Kürze


„Railroad Ink“


Von Hjalmar Hach und Lorenzo Silva, ca. 30 Minuten, 1 bis 6 (12) Spieler, Horrible Games/Asmodee, etwa 14 Euro.

Unsere Wertung: 4 von 5 Sternen