Werbelüge des Jahres Wasser von Coca Cola erhält den Goldenen Windbeutel 2018

Für das Smartwater bekam Coca Cola den diesjährigen Preis für die „dreisteste Werbelüge“ - den Goldenen Windbeutel.
Für das Smartwater bekam Coca Cola den diesjährigen Preis für die „dreisteste Werbelüge“ - den Goldenen Windbeutel. © Foto: foodwatch e.V.
Ulm / SWP 04.12.2018
Der Träger des diesjährigen Goldenen Windbeutels 2018 steht fest. Die Verbraucherorganisation Foodwatch verlieh wieder einmal den Preis für die „dreisteste Werbelüge des Jahres“. Der Negativpreis geht an die Marke Coca Cola für sein Mineralwasser Glacéau Smartwater. Das Unternehmen weigert sich jedoch die Auszeichnung anzunehmen.

Bei der Online-Abstimmung von Foodwatch wählten ein Drittel der fast 70.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen das „Smartwater“ von Coca Cola. Somit geht der Preis für die „dreisteste Werbelüge des Jahres“ an das Unternehmen. Die Kritik: Anders als von Coca Cola suggeriert ist das Glacéau Smartwater nicht besser als herkömmliche Mineralwasser - kostet aber bis zu siebenmal mehr.

Der Hersteller verspricht, „inspiriert von den Wolken, die aus Wasserverdampfung und Kondensation entstehen“, einen besonders „frischen und klaren“ Geschmack. Das Bearbeitungsverfahren sei jedoch „hanebüchen“, weil es „wissenschaftlich klingt, aber völlig unsinnig ist“, sagt Sophia Unger, Wahlleiterin beim Goldenen Windbeutel von Foodwatch. Für die Herstellung von Glacéau Smartwater wird das Wasser erst verdampft und anschließend wieder eingefangen, so Foodwatch. Verloren gegangen Mineralstoffe werden später künstlich wieder hinzugefügt.

Coca Cola weißt die Kritik zurück

Nach Angaben von Foodwatch zieht der Hersteller Coca Cola den Verbrauchern das „Geld aus der Tasche“. „Coca Cola betreibt dreiste Verbraucherabzocke mit dem Grundnahrungsmittel Nummer Eins“, kritisiert Sophie Unger. Die Verbraucherorganisation fordert das Unternehmen auf, das Werbemärchen zu stoppen. Gleichzeitig nehmen sie den Handel in die Pflicht und fordern, dass Einzelhändler die Werbelüge nicht weiter verkaufen sollen.

Coca Cola hat auf den Preis und die Kritik bereits reagiert. Das Unternehmen hält die Auszeichnung für nicht gerechtfertigt und nimmt diese nicht an: „Die Deklaration und Kennzeichnung des Wassers sind transparent und entsprechen den lebensmittelrechtlichen Regelungen“, teilt Coca Cola mit. Und: „Das Getränk wurde dabei nicht von Verbrauchern, sonder von Oliver Huizinga, Kampagnenchef bei Foodwatch, zur Wahl aufgestellt“, betont das Unternehmen. Zu den auffälligen Preisunterschieden rechtfertigt sich das Unternehmen so: „Grundsätzlich sind unterschiedliche Preise für Produkte nicht nur in der Lebensmittelindustrie gang und gäbe“.

Die Kandidaten des Windbeutels

Über die Foodwatch-Beschwerdeplattform wurden mehr als hundert Produkte eingereicht. Mit dem Goldenen Windbeutel will Foodwatch auf „alltägliche Verbrauchertäuschungen“ aufmerksam machen und die Lebensmittelindustrie aufwecken. Neben dem diesjährigen Gewinner, dem Glacéau Smartwater von Coca Cola, standen auch ein Olivenöl, das zur Hälfte aus weniger hochwertigem Sonnenblumenöl besteht und das speziell für Kinder beworben Produkt „Kid Tomato Ketchup“ von Heinz. Hier seht ihr alle nominierten Produkte.

Bisher lehnten alle Unternehmen den Preis ab. Der Goldene Windbeutel wird dem Gewinner an dessen Firmensitz verliehen.

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