Fahrrad-Regeln Was darf man mit dem Fahrrad und was nicht?

Was ist eigentlich verboten für Fahrradfahrer?
Was ist eigentlich verboten für Fahrradfahrer? © Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Ulm / sk 14.08.2018
Zehn Fragen rund ums Fahrradfahren: Ist es erlaubt auf dem Bürgersteig zu fahren? Gibt’s Tempolimits? Und was ist mit Alkohol? Hier sind die Antworten.

Fast jeder fährt Fahrrad. Aber was ist eigentlich erlaubt? Und was nicht? Zehn Fragen beantwortet über Helmpflicht, Tempolimits, Telefonieren und Alkohol hinterm Fahrradlenkrad.

Darf man auf dem Bürgersteig Rad fahren?

Für Erwachsene ist es verboten auf einem Bürgersteig zu fahren, wenn dieser nicht gekennzeichnet ist mit dem „Fahrrad frei“ Schild. Bei Kindern hängt es vom Alter ab: Bis zum Alter von 8 Jahre müssen Kinder sogar auf dem Bürgersteig fahren. Zwischen 8 und 10 Jahren dürfen die Kinder selbst entscheiden, wo sie fahren möchten. Und ab 10 Jahren ist das Fahren auf dem Bürgersteig auch für Kinder untersagt.

Gibt es eine Fahrradhelm-Pflicht?

Ein Fahrradhelm ist keine Pflicht. Auch nicht für Kinder. Jedoch gibt es eine grundsätzliche Empfehlung für Fahrradfahrer einen Helm zu tragen. Fahrradfahrer leben allgemein sicherer, wenn sie mit Helm fahren. Das bezeugt eine Studie, die Verletzungen von knapp 3000 schwer verletzten Fahrradfahrern auswertete. Die meist getroffenen Körperregionen waren der Kopf mit 71, 9 Prozent, der Bauch mit 44,9 Prozent und obere Extremitäten mit 33,6 Prozent. Das Schädel-Hirn-Trauma war dabei die häufigste Art der Verletzung.

Nach Alkoholkonsum - darf man noch fahren?

Ab einem Promillewert von 0,3 wird’s kritisch: Verursacht der Fahrer einen Unfall, macht er sich strafbar und muss für seinen Fehler haften. Ab 1,6 Promille begeht der Radfahrer auch ohne erkennbare Fahrunsicherheiten eine Straftat. Der Führerschein kann entzogen und ein Radfahrverbot erteilt werden.

Kann man sein Fahrrad in der Bahn mitnehmen?

Die meisten Züge im Nahverkehr haben Abstellplätze für Fahrräder. Diese erkennt man von außen an einem Fahrradsymbol und sind meist am Zuganfang oder -ende. Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen haben aber Vorrang. Eine Mitnahmegarantie gibt es nicht.

In Baden-Württemberg ist Fahrrad-Mitnahme sogar kostenlos. Mit der Bedingung: Eben außerhalb der morgendlichen Hauptverkehrszeit. Das heißt: Werktags ab 9 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags.

Im Fernverkehr muss auch auf die Fahrrad-Abstellplätze geachtet werden. Beim IC sind Reservierungen nötig. In Zukunft soll es auch möglich sein im ICE sein Fahrrad mitzunehmen.

Wo darf man sein Fahrrad abstellen?

Es gibt für Fahrräder kein Parkverbot. Sowohl am Straßenrand, als auch an Gehwegen dürfen die Räder abgestellt werden. Nachts müssen die Räder am Straßenrand beleuchtet werden, um Behinderungen zu verhindern.

Muss man vom Rad am Zebrastreifen absteigen?

Wenn man vom Rad absteigt gilt man als Fußgänger und die Autos müssen anhalten. Wer auf seinem Rad sitzen bleibt, muss warten bis alle querenden Fahrzeuge durchgefahren sind.

Muss man sich an „Tempo 30“ auf dem Fahrrad halten?

Ja, die Tempolimits gelten auch für Fahrradfahrer. Das heißt: in Spielstraßen gilt Schrittgeschwindigkeit und in Tempo-30-Zonen muss die Höchstgeschwindigkeit eingehalten werden. Zusätzlich gilt auf Geh- und Radwegen eine maximal Geschwindigkeit von 15 km/h. Blitzer erfassen auch Tempoüberschreitungen von Radfahrern. Doch haben diese keine Folgen, da Fahrräder keine amtlichen Kennzeichen zur Identifizierung haben.

Darf man beim Fahrradfahren telefonieren?

Während dem Fahren das Handy in der Hand zu halten und zu telefonieren ist nicht erlaubt. Das kostet ein Verwarnungsgeld von 55 Euro. Ist das Handy am Lenker befestigt, darf über eine Freisprechausrichtung telefoniert werden. Auch wenn das Handy als Navigationsgerät benutzt wird, muss abgestiegen werden um Ziele in das Gerät am Lenker einzugeben.

Und wie sieht’s aus mit Musik hören?

Es ist nicht verboten beim Fahrradfahren Musik über Kopfhörer zu hören. Jedoch darf das Gehör nicht wesentlich beeinträchtigt werden, so dass ohne Ablenkung auf das Verkehrsgeschehen geachtet werden kann. Bei einer Behinderung durch zu lautes Musikhören, zahlt man ein Strafgeld von 15 Euro.

Dürfen mehrere Räder nebeneinander fahren?

Zwar ist es ganz nett sich beim Fahrradfahren zu unterhalten, aber dafür darf man nicht nebeneinander fahren. Falls doch gilt ein Verwarnungsgeld von 15 Euro. Ausgenommen ist der sogenannte „Verband“, der aus mindestens 16 Radler besteht. Diese dürfen nebeneinander in der Gruppe fahren.

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