Ulm / Susanne Klöpfer  Uhr

Am Donnerstag, 20. Juni, ist Fronleichnam. Aber was steckt eigentlich hinter dem Feiertag?

Kaum einer kennt die Bedeutung des Feiertags - dennoch gehört Fronleichnam zu den wichtigsten katholischen Feiertagen im Jahr.

Wann genau ist Fronleichnam?

Gefeiert wird immer am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag, dem Sonntag nach Pfingsten. Der fällt zwischen den 21. Mai und 24. Juni, eben abhängig von den Osterfeiertagen.

Und in welchen Bundesländern?

Da Fronleichnam ein katholischer Feiertag ist, haben Arbeitnehmer nur in katholisch geprägten Bundesländern frei:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Hessen
  • Rheinland-Pfalz
  • Nordrhein-Westfalen
  • Saarland

In protestantisch geprägten Bundesländern wie Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein ist Fronleichnam kein Feiertag.

Woher kommt der Name „Fronleichnam“?

Das Wort „Fronleichnam“ klingt morbide - hat aber mit Leichen nichts zu tun. Es kommt aus dem Mittelhochdeutschen und setzt sich zusammen aus „vron“ (Herr) und lichnam (Leib), also Leib des Herrn. „Lichnam“ bezieht sich im Gegensatz zur heutigen Bedeutung nicht auf den toten, sondern den lebendigen Leib. Also ist die Bedeutung des Feiertags: „Fest des Leibes Christi“ (lateinisch: festum corporis Christi, corpus domini).

Was wird am Fronleichnam gefeiert?

Der Feiertag Fronleichnam steht im Zusammenhang mit dem letzten Abendmahl. Nach katholischem Glauben übergab Jesus seinen Jüngern in Form von Brot (Hostie) und Wein den lebendigen Leib des Herren. Dabei symbolisierte das Brot den Leib und der Wein das Blut. Jeden Fronleichnam erinnern die Katholiken in der Messe an die Anwesenheit von Jesu durch Brot und Wein.

Eine Monstranz mit Hostie steht in Augsburg auf dem Altar. Am Donnerstag (31. Mai) feiern katholische Christen in diesem Jahr das Fronleichnamsfest. In mehreren Bundeslaendern ist Fronleichnam gesetzlicher Feiertag. Im Mittelpunkt des Hochfestes zehn Tage nach Pfingsten steht das eucharistische Brot, fuer die Katholiken ein Realsymbol fuer die Gegenwart Christi. Diese Gegenwart wird an Fronleichnam in besonderer Weise gefeiert, indem eine in einem Gottesdienst geweihte Hostie in einer Monstranz, einem liturgischen Schaugefaess, in einer Prozession durch die Strassen getragen wird.
© Foto: Annette Zoepf

Was sind Fronleichnam-Prozessionen?

Priester und Gläubige ziehen an diesem Tag in sogenannten Prozessionen durch die Straßen. Dabei wird gebetet und gesungen. Auch beteiligen sich oft Vereine und Kommunionskinder in Festtagskleidung daran. Die Gebäude entlang des Prozessionswegs werden bunt mit Fahnen, Girlanden und Blumen geschmückt.

Was ist die Geschichte hinter Fronleichnam?

1246 wurde Fronleichnam im Bistum Lüttich eingeführt. Die Augustinernonne Juliana von Lüttich soll im Jahr 1209 eine Vision gehabt haben, in der ihr eine Mondscheibe mit einem schwarzen Fleck erschien. Jesus Christus soll offenbart haben, dass der Mond das Kirchenjahr symbolisiere und der Fleck die noch fehlende Feier zu Ehren vom Abendmahl-Sakrament.
Zum weltweiten kirchlichen Feiertag wurde Fronleichnam im Jahr 1317 vom Papst Johannes XXII erklärt. In Österreich ist Fronleichnam ein freier Tag für alle. In der Schweiz ist es wie in Deutschland abhängig von den Regionen.

Fronleichnam 2019: Staus zum Wochenende

Fronleichnam ist kein bundesweiter Feiertag - trotzdem erwartet der ADAC starken Reiseverkehr am kommenden Wochenende und den Tagen davor.

Ein langes Wochenende zu Fronleichnam und das Ende der Pfingstferien stehen an - Autofahrer müssen sich auf volle Straßen einstellen. Auch auf der A8 rechnen Experten mit viel Stau.

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