Monarchien sind „in“. Man denke nur an die Fernsehserie „Game of Thrones“ oder die Begeisterung für das englische Königshaus. Mindestens genauso viele Ränke, Intrigen und Enthüllungen stecken auch im Kartenspiel „Oriflamme“. Die Spieler schlüpfen in die Rolle eines adligen Familienoberhaupts und kämpfen um Macht und Einfluss ihrer Sippschaft. Zur Verfügung stehen jedem Spieler  zehn verschiedene Karten, darunter die Spionin, der Soldat oder die Attentäterin. Kurzum: das ganze Personal, das eine zünftige Fehde braucht. Von den zehn Karten spielen die Clanchefs sechs reihum verdeckt aus. Durch das taktisch kluge Aufdecken und Aktivieren ihrer Effekte räumt man Gegner aus dem Weg, sammelt Einfluss – oder gerät in einen blutigen Hinterhalt. Der Spieler mit den meisten Einflussmarkern nach sechs Runden gewinnt das Spiel – und die Krone.

Erweiterung wünschenswert

„Oriflamme“ ist schnell erklärt und doch taktisch anspruchsvoll, hoch konfrontativ und herrlich hinterhältig. Das Spielen mit verdeckten Karten sorgt für reichlich Spannung und unvorhergesehene Wendungen. Da man in jeder Runde nur sechs von 10 Karten spielt, lassen sich verschiedene Strategien und Kombinationen ausprobieren. Nur schade: Irgendwann hat man die Varianten durchgespielt. Wünschenswert wären noch mehr Karten, die langfristig frischen Wind in den Familienkrieg bringen. Eine Erweiterungsedition  könnte das problemlos leisten.

In aller Kürze


„Oriflamme“


Von Adrien und Axel Hesling, Pegasus Verlag, für 3 bis 5 Spieler ab 10 Jahren, etwa 20 bis 40 Minuten, ca. 12 Euro.

Unsere Wertung: 4 von 5 Sternen