Spiel der Woche Tauschen und Taktieren

Ein kleines Kartenspiel mit Draft und Tiefe für Taktiker: Tybor der Baumeister.
Ein kleines Kartenspiel mit Draft und Tiefe für Taktiker: Tybor der Baumeister. © Foto: Fabian Ziehe
Ulm / Fabian Ziehe 28.08.2018
SWP-Spieletest: Eine Karte, drei Einsatzmöglichkeiten ist das Prinzip im pfiffigen Draftspiel „Tybor der Baumeister“.

Früher war Glück gefragt, wurden in einem Spiel Karten ausgeteilt. Was man auf die Hand bekam, war Schicksal – da gab’s kein Entkommen, man musste das Beste daraus machen. Vor allem seit „7 Wonders“ dem ersten „Kennerspiel des Jahres“ von 2011, wurde dem Kartengeben und dem Los­spielen das „Draften“ dazwischengeschoben: Man wählte eine Karte und tauschte die restliche  Hand mit den Mitspielern. Das macht Spiele taktischer, aber oft auch langwieriger.

Mit Rotationsprinzip

„Tybor der Baumeister“ ist so ein Kartenspiel mit Draft-Mechanismus – und dauert doch nur 30 Minuten. Das Spiel im vertrauten „Wir-bauen-eine-mittelalterliche-Stadt“-Setting bietet zwei Kartenarten: Gebäude und Personen. Letztere eben: draftet man und spielt eine aus – als Bürger, um Sonderfähigkeiten und Siegpunkt-Optionen zu erhalten; als Arbeiter, um Gebäude zu errichten; als Baumeister, um mithilfe der Bürger und Arbeiter ein ausliegendes Gebäude zu bauen. Die Karten rotieren, bis alle weg sind – vier Mal pro Partie.

Mechanisch, aber vielfältig

Kombinationen von Gebäuden und Bürgern werfen am Ende Siegpunkte ab – wobei Geheimaufträge, Szenarien und Spielgeschichte die Siegbedingungen jede Partie ändern. Das fühlt sich zwar wenig thematisch und ziemlich mechanisch an. Doch bei nur 116 Karten eröffnet das Spiel eine große Spieltiefe und Varianz. Ein fixes, klug konzipiertes Draftspiel für Taktiker.

In aller Kürze

„Tybor der Baumeister“


Von Alexander Pfister und Dennis Rappel, 2-4 Personen (bei zwei Spielen bis zu 8 Personen), ab 10 Jahren, 30 Minuten, Lookout-Verlag, etwa 12 Euro.

Unsere Wertung: 4 von 5 Sternen

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel