Ulm / Fabian Ziehe SWP-Spieletest: Wenn ein Würfel-Spiel auf Sechseck-Cluster trifft, kommt die Taktik-Knobelei „Hexroller“ dabei heraus.

„Mein Spiel, das hat sechs Ecken“, so möchte man bei „Hexroller“ singen: In diesem Würfel-Aufschreib-Spiel (Roll and Write) füllt der Spieler mal nicht Quadrate auf einem Vordruck aus, sondern Hexagone – flächig angeordnet auf dem Zettel und in sieben verschiedenfarbige Gebiete aufgeteilt. Ein paar Zahlen zwischen 3 und 8 sind schon eingetragen, daneben gibt’s noch eine Spalte zum Abrechnen und Abhaken, fertig.

Füllen und verbinden

Das Spielprinzip ist ähnlich simpel, wenn auch nicht intuitiv erlernbar. Jede der sieben Runde werden acht Würfel geworfen, die eben die Werte von 3 und 8 zeigen. Davon wählt jeder zwei Zahlen und trägt sie in einer Reihe von Sechsecken auf seinem Block ein, so oft, wie die Zahl gewürfelt wurde. Macht er dabei ein Gebiet voll, gibt es Punkte. Verbindet er zwei aufgedruckte, gleiche Zahlen, indem er in einer durchgehenden Reihe nochmals diese Zahl eintragen kann, gibt es Punkte. Hinzu kommen noch ein paar Spezialaktionen und Extra-Punkte – und am Ende zählt man zusammen.

Glück und ein bisschen Zockerei

Das Spiel hat null-komma-null Interaktion – das braucht man einem Roll and Write nicht vorwerfen. Schon eher zu bemängeln ist, dass das Spiel mehr Tiefe suggeriert, als es hat. So hat man schnell den Bogen raus, welche Wege man einschlagen kann. Der Rest ist Würfelglück und ein bisschen Zockerei. Zwar ist auf der Zettelrückseite ein Sechseck-Plan mit weniger Feldern und nur für sieben Würfel aufgedruckt. Dennoch sind die taktischen Möglichkeiten schnell ausgelotet, der anfänglich durchaus vorhandene Spielreiz bröselt dahin. Ein solides Spiel also, aber keines, das um neue Ecken denkt.

In aller Kürze

„Hexroller“

Von Rustan Håkansson, für beliebig viele Spieler, ca. 15 Minuten, Frosted Games/Pegasus, etwa 10 Euro.

Unsere Wertung: 3 von 5 Sternen