Ulm / Fabian Ziehe SWP-Spieletest: Wie weit kann man ein Spiel aufs Wesentliche eindampfen? Rosenbergs „Second Chance“ wagt den Feldversuch.

Wie sangen  „Mike & the Mechanics” doch so schön: „Everybody gets a second chance…“ – ist das so? Bekommt jeder einen zweiten Anlauf? „Second Chance“, ein Tetris-Spiel von Kultautor Uwe Rosenberg, verspricht das. Wie nett! Wobei  „einfach“ das Stichwort ist: Eigentlich bietet das das Spiel  größtmögliche Reduktion.

Rein ins Raster

Jeder erhält also einen Zettel mit einem 9x9-Raster und eine individuelle Startfigur bestehend aus acht Quadraten, die mittig eingetragen wird. Dann werden vom Stapel Karten aufgedeckt, die Figuren bestehend aus eins bis sieben Quadraten zeigen. Diese sind möglichst lückenlos einzutragen, nichts darf überlappen, nichts über das Grundraster hinaus ragen. Kann irgendjemand nicht mehr einzeichnen, bekommt er seine zweite Chance: eine individuelle Karte. Kann er diese einzeichnen, spielt er weiter, wenn nicht: finito. Sind alle fertig, hat gar einer alles ausgefüllt oder gibt es keine Karten mehr, hat der mit den wenigsten Leerfeldern gewonnen.

Bittere Interaktion

Das Spiel ist so einfach wie belanglos. Als Zeitvertreib, als kleine Puzzelei kann das beschäftigen. Man könnte gar so vorplanen, dass es für möglichst viele Figuren, die noch im Kartenstapel sind, noch Platz hat. Schön blöd aber, wenn dann ein Mitspieler per „Second Chance“ Teile zieht, für die man selber Platz gelassen hat. Da gibt es mal Interaktion – und schon bestraft das Spiel den Falschen.

Allerdings: Derart zum Vorplanen und Durchhirnen der Puzzelteile wird eh kaum einer kommen: Nur Hartgesottene werden dem Spiel dafür wohl genügend zweite Chancen geben.

In aller Kürze

„Second Chance“

Von Uwe Rosenberg, 10 Minuten, 1 bis 6 Spieler, Edition Spielwiese/Pegasus, ca. 10 Euro.

Unsere Wertung: 2 von 5 Sternen