Beim Narrenumzug in Ulm wurde wohl ein Schoko-Teddy mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum Mai 2013 verteilt. Das schrieb eine Userin in einer Ulmer Facebook-Gruppe. Demnach war die Schokolade schon ganz porös und weiß.

Schokolade ist zwar lange haltbar, aber sechs Jahre später kann man nicht mehr erwarten, das sie noch schmeckt. Aber wie lange hält Schokolade eigentlich und was gibt es allgemein beim MHD zu beachten?

Wie merke ich, ob die Schokolade schlecht ist?

Alte Schokolade kann weiß werden - es handelt sich dabei allerdings nicht unbedingt um Schimmel. Die Verbraucherzentrale schreibt dazu „weißer oder hellgrauer Belag („Reif“) ist unbedenklich, bei höheren Temperaturen wandern Kakaobutter oder Zucker an die Oberfläche und kristallisieren.“ Die Schokolade kann dadurch das Aroma verlieren, zum Backen eignet sie sich allerdings noch gut.

Schokolade kann auch Schimmeln oder von Schädlingen befallen werden. Da gilt es genauer hinzuschauen.

Damit die Schokolade möglichst lange hält, gibt es zwei Dinge zu beachten: Zum einen spielt die Lagerung eine wichtige Rolle. Warme Temperaturen lassen die Schokolade schneller verderben, daher empfiehlt es sich die Schokolade dunkel, trocken, verschlossen und eher kühl zu lagern.

Außerdem ist der Zuckergehalt entscheidend. Umso mehr Zucker in der Schokolade enthalten ist, umso länger hält sie.

Muss ich ein Produkt nach Ablauf des MHD wegwerfen?

Grundsätzlich nein. Der Lebensmittelhersteller legt das MHD bei der Produktion der Ware fest. Das Datum ist eine Garantie der Hersteller, dass ein Lebensmittel bis zu diesem Zeitpunkt bestimmte Eigenschaften wie Geschmack und Konsistenz behält. Voraussetzung dafür ist, dass das Produkt ungeöffnet, richtig gelagert wurde. Viele Produkte sind auch nach Überschreitung des MHD noch problemlos genießbar und müssen nicht direkt weggeworfen werden.

Bist du dir unsicher, ob die Lebensmittel noch gut sind, dann schaue das Produkte genau an, rieche daran und probiere ein bisschen. „Ist Schimmel zu erkennen, riecht es unangenehm, schmeckt es säuerlich, oder prickelt es auf der Zunge? Dann Finger weg“, rät die Verbraucherzentrale.

Was ist der Unterschied zwischen MHD und Verbrauchsdatum?

Im Gegensatz zum MHD sollten Lebensmittel mit einem Verbrauchsdatum nach Ablauf nicht mehr gegessen werden. Das Verbrauchsdatum wird auf leicht verderbliche Lebensmittel wie rohes Fleisch oder frischer Fisch gedruckt. Denn hierbei gibt es nach Ablauf eine Gesundheitsgefahr durch Keime.

Was passiert, wenn ein Supermarkt abgelaufene Produkte verkauft?

Viele Händler reduzieren oft den Preis von Produkten, die kurz vor der Überschreitung des MHD stehen. Ist das Datum einmal überschritten, verschwinden diese Produkte meistens aus den Regalen. Der Grund dafür ist allerdings kein Verkaufsverbot. „Sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht ist, haftet nicht mehr der Hersteller, sondern die Verantwortung trägt dann der Lebensmittelunternehmer, der die Ware in Verkehr bringt“, schreibt die Verbraucherzentrale.

Der Supermarkt müsste also jedes abgelaufene Produkt auf Genießbarkeit testen - mit tausenden Produkten kann er das nur schwer bewerkstelligen und zieht die Waren aus dem Verkauf.

Anders sieht es mit Produkten aus, die mit einem Verbrauchsdatum ausgezeichnet sind. Ist dieses Datum überschritten, darf der Händler das Lebensmittel nicht mehr verkaufen.

Welche Produkte haben kein MHD?

Nicht jedes Lebensmittel hat ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Befreit sind folgende Lebensmittel

  • frisches Obst und Gemüse
  • Backwaren
  • Kaugummi
  • Zucker
  • Speisesalz
  • Essig
  • Wein
  • Getränke mit einem Alkoholgehalt von zehn oder mehr Volumenprozent

Auch bei anderen Produkten wie Nudeln, Tee oder Reis wird immer wieder über eine Abschaffung der MHD gesprochen, da diese bei richtiger Lagerung, auch sehr lange genießbar bleiben.

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