Feuer&Flamme Mal ordentlich Gas geben

Soll das Grillvergnügen nicht beeinträchtig werden, sollten Brutzler auf die Sicherheitssiegel achten
Soll das Grillvergnügen nicht beeinträchtig werden, sollten Brutzler auf die Sicherheitssiegel achten © Foto: Julian Wiedenhöfer
Region / Sonja Alexa Schmitz 14.07.2017
Zehn Prozent der deutschen Grillfreunde benutzen einen Gasgrill. Was hat das Gerät vor Vorteile? Und was spricht dagegen?

Ventil aufdrehen, Taste drücken und mit einem „Pfump“ springen die Brenner an. Binnen weniger Minuten kann das erste Grillgut auf den Rost. Mit Holzkohle bekommt das Fleisch erst nach rund einer halben Stunde Hitzekontakt. Die Kohle muss zunächst durchglühen, es qualmt gewaltig und riecht für die Nachbarn auch nicht immer angenehmen. Wer es bequem mag, der grillt mit Gas. Allerdings bleibt die Lagerfeuerromantik, der Geruch nach Holzkohle, das Wedeln, der typische Grill-Geschmack im Fleisch aus.

Nach Schätzung der Grillhersteller schwören gut zehn Prozent aller deutschen Grillfans auf die Gasbefeuerung. Im Vergleich zu den USA ist Deutschland ein Entwicklungsland. Ein Drittel der US-Grillfreunde heizt dem Grillfleisch mit Gas ein.

Aber so ein Gasgrill kostet nicht wenig. Die Gasbrennerei ist technisch aufwändig. Das macht den Gasgrill deutlich teurer als seinen Holzkohle-Kollegen. Ein kleiner Basis-Gasgrill kostet gut 150 Euro. Wer etwas mehr Ausstattung und Grillfläche wünscht, zahlt schnell mehr als das Doppelte. Zudem ist die Beschaffung des Brennmaterials aufwändiger: Holzkohle gibt es 24 Stunden an sieben Tagen an jeder Tankstelle, Gasflaschen nur zu den Ladenöffnungszeiten in ausgewählten Geschäften oder Baumärkten. Wem diese Hürden egal sind, schiebt sich mit dem Gasgrill eine fahrbare Küchenzeile in seinen Garten. (rund 80 Kilo trägt man nicht mehr).

Größere Geräte bekommen selbst ein Dutzend Personen ohne große Wartezeiten satt. Bessere Gasgrills haben Herdplatten an der Seite, können elektrisch betriebene Drehspieße aufnehmen oder Steaks mit 400 Grad Hitze das perfekte Brandig verpassen.

Weil sich die Temperatur ganz nach Wunsch einstellen lässt, eignet sich der Gasgrill für ganz verschiedene Grillmethoden. Besonders vorteilhaft sind Modelle mit Deckel und mehreren Brennstäben, denn die machen das indirekte Grillen zum Kinderspiel. Einfach bloß die äußeren Brennstäbe verwenden, Temperatur einstellen und schon lassen sich ganze Hähnchen, ein Braten oder andere größere Fleischspezialitäten schonend garen.

Damit Fett nicht direkt auf die Brenner tropft und Stichflammen auslöst, erhitzt die Gasflamme das Grillgut nicht direkt. Entweder erwärmt sie poröse Lavasteine oder ähnlich gut leitendes Natur-Material oder die Brenner heizen Winkelschienen aus Metall an, die direkt unter dem Grillrost verlaufen. Größere Geräte feuern mit mehreren Gasflammen, die sich am besten separat einschalten lassen sollten. Zwei sollten es mindestens sein. So lassen sich Temperaturzonen einrichten auf denen dann gleichzeitig Grillgut mit unterschiedlichen Garzeiten gegrillt werden können. Auf der heißen Seite Fleisch, auf der weniger heißen Gemüse oder kleinere Grillstücke.

Den korrekten Betrieb seines neuen Grills sollten sich vor allem Einsteiger von einem Fachmann beim Kauf erklären lassen. Finger weg von Gasgrills ohne CE-Kennzeichnung. Die Kennzeichnung CE0085 ist zwar kein Gütesiegel, es bescheinigt dem Grill jedoch, dass er die in Europa geltenden Mindestanforderungen an Sicherheit erfüllt. Wer ein Schnäppchen im Ausland ersteht, muss den Grill für den Betrieb in der Heimat umrüsten, damit er mit den hiesigen Ventilen und dem gängigen Gasdruck umgehen kann. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass die Geräte dabei manchmal ihre Garantie verlieren.