17. Mai IDAHO Homophobie und Transphobie: Gegen die Angst!

Homo-, Trans- und Biphobie: Immer noch ein Problem in Deutschland, sowie weltweit.
Homo-, Trans- und Biphobie: Immer noch ein Problem in Deutschland, sowie weltweit. © Foto: Quelle:Christian Sterk auf Unsplash
Ulm / Susanne Klöpfer 17.05.2018
Am 17. Mai ist der internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie. Ein Problem in Deutschland, sowie weltweit. Todesstrafe, Verfolgung und Hass - nur weil sie lieben, wen sie eben lieben.

In über 50 Ländern weltweit wird am 17. Mai der internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie gefeiert. Es soll aber kein zweiter Christopher Street Day sein, sondern: „Der Tag gegen Homophobie macht deutlich, dass Homophobie die eigentliche Schande ist und bekämpft werden muss“, erklärt Louis-Georges Tin, der Gründer vom „International Day Against Homophobia“ (IDAHO). Aber warum eigentlich der 17. Mai? Im Jahr 1990 strich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus ihrem Katalog der psychischen Krankheiten.

Was ist Homo-, Trans- und Biphobie?

Homo- und Transphobie ist die Angst vor dem Thema Homo-, Trans- und Bisexualität, aber auch den Menschen die damit im Zusammenhang stehen“, erklärt Waltraud Schwendele von der AIDS-Hilfe Ulm. Und meint weiter: „Das können Situationen sein, wie alltägliche Begegnungen oder wenn sich Personen küssen. Aber kann man das wirklich als Phobie bezeichnen? Schwendele meint: „Es ist schwierig, die Angst bezüglich Homo-, Trans- und Bisexualität ist oft sehr verinnerlicht.“ Das seien oft mehr als Abneigung und Distanzierung, sondern wirklich eine Art von Angst.

Homophobie weltweit: Todesstrafe, Straftat, Hass

Insgesamt sind in 45 Staaten Beziehungen zwischen Frauen und in 72 Ländern Beziehungen zwischen Männern als illegal erklärt. In acht Staaten wird Homosexualität sogar noch mit der Todesstrafe bestraft. Die Gefängnisstrafen rangieren von einem Monat bis zu lebenslang. Und das alles ist nur die gesetzliche Ebene, nicht die gesellschaftliche Akzeptanz.
In Indien ist für Männer und Frauen gleichgeschlechtlicher Sex gesetzlich verboten, weil dieser „gegen die Natur“ sei. Es drohen zehnjährige bis lebenslängliche Gefängnisstrafen. Festgehalten ist das im Paragraf 377, der noch aus der britischen Kolonialzeit stammt. Es ist immer wieder Thema, ob das Gesetz verfassungsrechtlich gültig ist.
Im Sudan wird Homosexualität mit Auspeitschung, mindestens fünf Jahren Gefängnis bis zur Todesstrafe geahndet. Auch ist es illegal LEBT-Communitys (engl. für Lesben-, Schwule-, Bisexuelle- und Transgender-Gemeinschaften) im Sudan zu gründen.
In den Arabischen Emiraten sind „alle sexuellen Akte außerhalb der heterosexuellen Hochzeit“ verboten und können mit der Todesstrafe bestraft werden. Auch die Gründung von LEBT- Gemeinschaften ist verboten. Die Gesetzte unterscheiden sich in den Emiraten: In Abu Dhabi wird „unnatürlicher Sex mit einer anderen Person“ (Artikel 80) mit bis zu 14 Jahren bestraft. In Dubai wird für „Sodomie“ (diskriminierendes Wort für Homosexualität) eine zehnjährige Gefängnisstrafe verhängt.

Weitere Infos von der „International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association“

Mitmachen! Aktionen gegen Homophobie

Das diesjährige Motto des IDAHO ist „Alliances for Solidarity“, also „als Gemeinschaft für Solidarität“. Deutschlandweit gibt es Infostände, Kundgebungen und Aktionen, wie Luftballon-Aktionen und Filmvorstellungen. In Ulm informieren Vereine, wie die AIDS-Hilfe-Ulm und der Freundeskreis Trans Ulm am Hans-und-Sophie-Schollplatz zum Thema „Nein! zu Homophobie“. Um 17:05 Uhr gibt es eine Luftballon-Aktion: 600 Luftballons in Regenbogenfarben werden in den Ulmer Himmel aufsteigen. Also vorbeischauen und ein Zeichen setzten!

Aktionen in Deutschland

Aktionen  in Baden-Württemberg