„Fairy tile“ Platter Plot auf Plättchen

Ein Märchen-Spiel zum selber kacheln: „Fairy tile“.
Ein Märchen-Spiel zum selber kacheln: „Fairy tile“. © Foto: Iello/Huch!
Ulm / Fabian Ziehe 11.08.2018
SWP-Spieletest: „Fairy tile“ will Märchenerzählen und Taktik in einem Familienspiel bündeln – was bedingt funktioniert.

Märchen plus Fliesenlegen: Das verspricht „Fairy tile“ frei ins Deutsche übersetzt. Entsprechend flach (beziehungsweise flächig) kommt das Spiel daher: Jeder legt reihum entweder eine Kachel bestehend aus drei Sechsecken an Ebenen, Wälder, Berge, Flüsse und Schlösser einer Märchenwelt an. Oder er bewegt eine Figur – Prinzessin, Ritter, Drache – entsprechend derer Ziehregel.

Dabei hält jeder eine Auftragskarte in der Hand: Er muss also Figuren in bestimmte Beziehung zueinander oder auf bestimmte Landschaften bringen. Erfüllte Aufträge werden abgelegt, derzeit nicht oder nur schwer erreichbare Aufträge kommen unter den Nachziehstapel, als Bonus gibt es dafür einen Doppelzug, den man später einlösen kann. Wer als erster alle Aufträge los ist, hat gewonnen.

Nicht märchenhaft

Simple Regeln, niedrige Einstiegshürde, doch leider auch wenig Anspruch: Zwar suggeriert das Spiel eine gewisse Relevanz von Taktik, tatsächlich gewinnt aber meist der mit viel Ziehglück. Das ist für ein Familienspiel noch okay – anders als die Märchenkomponente. Alle 36 Auftragskarten ergeben in der Reihe ein Märchen. Doch dass auch allein die Auftragskarten, die jeder einzelne hat, sich zu einem individuellen Plot verbinden, funktioniert nicht. Zudem: Zarte Prinzessin, tollkühner Prinz, fieser Drache, vormoderner und platter geht’s kaum. Wie gut, dass bei den meisten Spielern das Märchenerzählen nach der ersten Runde wohl eh flach fällt.

In aller Kürze

„Fairy tile“

Von Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert, 2-4 Spieler, ab 8 Jahren, 30 Minuten, Iello (Vertrieb: Huch!), etwa 25 Euro.

Unsere Wertung: 2 von 5 Sternen

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