Wer kennt den Thriller noch? Den Poker von Geiselnehmer Roman (Samuel L. Jackson) und Verhandlungsführer Sabian (Kevin Spacey) in „Verhandlungssache“? Großes Kino, oder? Wer so schwärmt, ist bei „Der Unterhändler“ goldrichtig. Bei dem Solospiel, das auch kooperativ funktioniert, mimt man einen Verhandlungsführer der Polizei. Das Ziel: in der verbliebene Zeit die Geiseln befreien und den Kidnapper von der Flucht abhalten.

Dünnes Nervenkostüm

Das Tableau zeigt den Ausgangspunkt: Ein Geiselnehmer (Karte) liegt aus, er hat Geiseln (Holzfiguren) genommen, stellt Forderungen (zunächst verdeckte Karten) und trägt ein bestimmtes Nervenkostüm: Der Marker auf einem äußeren Ring bestimmt die Zugänglichkeit für Argumente, der auf dem inneren den Frustrationslevel. Jede Runde wird eine Eskalationskarte umgedreht – und das bringt selten Gutes.

So spielt man jede Runde Karten ab und kauft neue, die die eigene Verhandlungsposition stärken, das Frustrationslevel senken oder andere Effekte haben – wenn ein Würfelwurf mit entsprechender Fortune kommt. So befreit man Geiseln, kitzelt Forderungen heraus, bewegt den Fiesling zur Aufgabe. Es kann aber auch stets schief gehen – wobei man mit Erfahrung dem Glück durchaus auf die Sprünge helfen kann.

Mal Sympathie, mal Wut

Ein Pokern, Abwägen, Bibbern: Man hadert mit dem Schicksal und feiert Erfolge. Der Spieler wird Teil eines Thrillers, entwickelt Sympathie und  Wut. Mit den drei Widersachern im Grundspiel kann man schon einige Zeit spielen – und es gibt fünf weitere Charaktere als Erweiterung. Großes Kino![Link auf http://www.swp.de/spiele]

In aller Kürze


„Der Unterhändler“

Von A. J. Porfirio, ab 13 Jahren, etwa 20 Minuten, Van Ryder Games/Frosted Games, etwa 30 Euro.

Unsere Wertung: 5 von 5 Sternen