Feuer&Flamme Eine Grillstudie

Grillen bedeutet nicht nur die reine Zubereitung von Fleisch und Gemüse, sondern auch das Beisammen sein.
Grillen bedeutet nicht nur die reine Zubereitung von Fleisch und Gemüse, sondern auch das Beisammen sein. © Foto: Pexels
Sonja Alexa Schmitz 02.06.2017
Wer braucht schon Studien? Sobald ein schöner Tag ist, riecht es allüberall nach köstlichem Grillfleisch. Die Auswahl an Kochbüchern zum Thema Grillen nehmen zu. Möglicherweise auch die Bäuche, durch die das köstliche Gut ging. Es werden Grillmeisterschaften ausgefochten und ein Wort, dass es früher nicht gab ist entstanden: Wintergrillen.

Was kann eine Studie einem also noch sagen, was man nicht eh schon ahnt?! Grillen wird immer beliebter. Das kann in Zahlen bestätigt werden. Darum ein interessanter Blick auf eine Online-Umfrage des Nielsen Homescan Panel mit über 11.000 Teilnehmern in Deutschland zum Grillverhalten:

Die Anzahl der Haushalte, die mindestens einmal im Jahr Kochlöffel gegen Zange und Herd gegen Rost eintauschen, ist von 2009 bis 2015 um sieben Prozent gestiegen (2009: 80%, 2015: 87%).

Der Sommer ist natürlich die Hochsaison, aber Grillen ist schon lange kein Saison-Phänomen mehr: In Deutschland wird mittlerweile über mehrere Jahreszeiten hinweg gegrillt. Die Grill-Saison startet bereits im Frühling und dauert bis in den Herbst an. Die Deutschen grillen in diesen Vor- bzw. Nachsaisonzeiträumen im Schnitt rund einmal im Monat, im Sommer etwa dreimal.

Am liebsten feuern die Menschen den Grill hierzulande im Garten (56%) an, gefolgt von der Terrasse (39%) und Balkon (23%). Hauptgrund für ein BBQ: Freunde und Bekannte kommen zu Besuch (65%) oder es gibt einen besonderen Anlass wie einen Geburtstag (52%). Unabhängig von Ort und Anlass wird beim Grillen fast immer mit Bier angestoßen. Für drei Viertel der Deutschen gehört Bier zum Grillen, wie Sekt zu Silvester. Auf Platz zwei und drei folgen Wasser und Cola.

Die Mehrzahl lässt sich von schlechtem Wetter die Freude auf Fleisch und Co. vom Rost jedoch vermiesen: Rund zwei Drittel (63%) grillen nur bei schönem Wetter. 31 Prozent der Deutschen stört sich hingegen nicht an Wolken und Regen und grillt wetter-unabhängig. Fast die Hälfte der Deutschen gibt mittlerweile an, dass sie auch für sich alleine grillen anstatt zu kochen.

Bei der Wahl des Grillgeräts scheiden sich die Geister. Unangefochten an der Spitze liegt der Holzkohlegrill, den 65 Prozent der Verbraucher nutzen. Auf Platz zwei folgen Elektrogeräte, die im Vergleich zu 2009 satte neun Prozentpunkte verloren haben (2009: 45%, 2015: 36%). Gas-Grills sind dagegen auf dem Vormarsch (2009: 12%, 2015: 17%).

DREI GRILL-TYPEN:

Holzkohle-Traditionelle: Die meisten deutschen Haushalte (rund 16 Mio.) zählen zu diesem Grilltyp. Ihre Charakteristik: Junge Familien, die bei schönem Wetter am liebsten mit Freunden oder beim Feiern im Garten.

Elektro-Pragmatiker: Diese sind mit rund 6,5 Mio. Haushalten weniger verbreitet. Dabei handelt es sich vorwiegend um Singles mittleren Alters sowie Senioren, die eher wetterabhängig grillen – meistens als Mittel zum Zweck und auf dem Balkon.

Gasgrill-Genießer: Dabei handelt es sich um das seltenste Grillsegment - rund 3,2 Mio. Haushalte zählen dazu. Ihre Charakteristik: Familien und junge Paare ohne Kinder, die wetterunabhängig grillen – oft sogar als Ersatz zum Kochen.