Aloha auf dem Rost

Die Ananas weckt bei vielen die Sehnsucht auf Meer.
Die Ananas weckt bei vielen die Sehnsucht auf Meer. © Foto: Pixabay
Sonja Alexa Schmitz 15.08.2017
Ob auf dem Toast, einem Schnitzel oder auf dem Grill zwischen Rindfleisch und Zwiebel: Die Ananas hat sich in der Küche etabliert.

Die Ananas - so richtig hineingekommen in unsere deutsche Küche ist sie wohl in den 50er Jahren mit dem Toast Hawai. Fernsehkoch Clemens Wilmenrod führte diesen essbaren Südseetraum in den Speiseplan der jungen Bundesrepublik ein. Übrigens drohte er jedem, der sich diese Erfindung zu eigen machte mit dem Küchenmesser.

Dieses so simple Rezept von Schinken und Ananas auf Toastbrot verheißt mehr als sein sichtbarer Inhalt. Damals galt es wohl als gebündelte Sehnsucht einer ganzen Epoche. Die verschwenderische Kombination aus Schinken und Käse habe den neu gewonnen Wohlstand demonstriert. Ananas und Cocktailkirsche hätten die Sehnsucht nach der weiten Welt ausgedrückt.

Dann geriet es eine Weile in Verruf, sollte die Verbindung von Schinken und Käse, gemeinsam mit der Säure der Ananas gefährliche, weil krebserregende, Nitrosamine erzeugen. Dies wurde aber als urbane Legende widerlegt.

So wurde die Ananas weiter munter in unsere Küche integriert. Auf dem Schnitzel wurde dieses zur "Florida Art", gebraten begleitet sie das Hühnerfrikassee, als süßes Gegenstück gelangte sie ins Sauerkraut, unerlässlich gehört sie in den Farmersalat und natürlich passt sie auch hervorragend auf den Grill.

Vielleicht in einer abgewandelten Form von Toast Hawai. Dazu frische Ananasscheiben salzen und kurz ziehen lassen. Fenchelsaat im Mörser zerstoßen Fenchelsaat. Getrocknete Tomaten hacken. Fenchel und Tomaten sowie frisches Basilikum auf die Ananascheiben geben. Mit Parmesan bestreuen und in Wacholderschinkenscheiben hüllen. Das Ganze beidseitig vier Minuten grillen - schon hat man postmodernes Toast Hawai vom Rost - ohne Brot.

Als Dessert macht sich die gegrillte Ananas sehr gut. Dazu passt Sahne oder Eis. Oder eine Rumsahne. Das Fruchtfleisch der Ananas mit dem Messer von der Schale lösen und senkrecht zur Schale in 2 cm dicke Stücke schneiden. Ananasstücke versetzt mit einem Holzspieß fixieren. Die Kronen mit Alufolie umwickeln, um ein Verbrennen zu vermeiden. Die Ananas-Achteln mit Rum beträufeln und mit braunem Zucker sowie mit Zimt bestreuen.

Die Sahne mit einem halben Päckchen Sahnesteif und 10 Gramm Staubzucker steif schlagen. Rum vorsichtig unterrühren. Abgedeckt in den Kühlschrank stellen.

Die Ananas-Achtel von beiden Seiten direkt angrillen und anschließend mit der Schale nach unten in die Mitte des Grillrostes setzen und zirka Minuten indirekt grillen. Vor dem Servieren die Alufolie und den Holzspieß entfernen. Die gegrillte Ananas mit einer Kugel Vanilleeis und dem Rum-Obers anrichten.

Und auch die "Florida"-Variante ist auf dem Grill praktikabel und zwar als Fleischspieß. Die Ananas wird hier abwechselnd mit Rindfleisch und Zwiebel auf den Spieß gesteckt und gegrillt.