Ulm / Jana Zahner  Uhr
SWP-Spieletest: Ein Detektivspiel, das wirklichkeitsnah sein will: Wer hat „Das Feuer in Adlerstein“ gelegt?

Pinnwandbesitzer aufgepasst! Papierschnipsel, Fotos, Dokumente: Wer schon immer mal wie im „Tatort“ Hinweise mit einem roten Faden zu einem logischen Ganzen verbinden wollte, dem sei geholfen: Beim Detektivspiel „Das Feuer in Adlerstein“ werden die Spieler zu Ermittlern.

Eine Stadt voller Verdächtiger

Durch eine Brandstiftung stirbt der Familienvater Joseph Brenner. Tatverdächtig ist der Journalist Carl Notebeck. Mit einer Mappe voller Hinweise will der seine Unschuld beweisen. Die zeigen: Das Opfer war nicht gerade sympathisch, hatte dunkle Geheimnisse und halb Adlerstein zum Feind. Grund, ihm zu schaden, hatten viele – aber wer hatte auch die Gelegenheit? Es liegt an den Spielern, die Alibis zu prüfen und sich nicht auf eine falsche Fährte locken zu lassen.

Die Spuren führen ins Internet

Das Besondere: Das Spiel folgt nicht wie vergleichbare „Exit Games“ einem chronologischen Ablauf, sondern alle Beweise liegen den Spielern von Anfang an vor. Das wirkt erst einmal chaotisch, entwickelt aber eine spannende Dynamik. Jeder Spieler entwirft schnell eigene Theorien, was für viel Interaktion und Tempo sorgt. Der Vorteil: Kommt man mit einem Hinweis nicht weiter, kann einfach der nächste diskutiert werden. Auch Facebook-Profile und E-Mailkonten der fiktiven Verdächtigen gehören zum Spiel, was den Realismus erhöht. Einziges Manko: Die Auflösung fällt dann doch etwas konstruiert aus. Hat der Autor zu viel Tatort geschaut?

In aller Kürze

„Das Feuer in Adlerstein“


Von Alexander Krys, für 1 bis 5 Spieler ab 14 Jahren, rund 100 Minuten, von  iDventure/Asmodee, etwa 20 Euro.

Unsere Wertung: 4 von 5 Sternen