Armut, Krieg, Schmutz, Aberglauben: Das Leben in einer mittelalterlichen Stadt war kein Zuckerschlecken. Gleichzeitig entstehen beeindruckende Kathedralen, Stadtmauern, Universitäten und Zunfthäuser, die zum Teil heute noch erhalten sind. Glanz und Elend dieser Zeit macht das „Roll and Build“-Spiel „Era“ plastisch erlebbar.

Mittelalterliche Baukunst zum Anfassen

Die Spieler bauen im Wettstreit ihre Stadt auf, die sie ernähren und beschützen müssen. Das Besondere:  Das Spiel beinhaltet rund 100 3D-Gebäude, die auf dem Spielplan aufgesteckt werden. So entstehen bei jedem Spiel neue Stadtmodelle, die optisch begeistern. Zu Beginn jeder Runde wird um Nahrung, Ressourcen, Bauprojekte, Krieger und Totenköpfe gewürfelt. Je mehr Totenköpfe, desto verheerender das Unheil: Seuchen oder Brände drohen. Hat der Spieler zu eng gebaut, oder zu wenig Nahrung, verstärkt das den Schaden. Der Stadtherr muss daher abwägen zwischen ambitionierten Bauprojekten und dem Wohl der Bevölkerung. Fertige Bauten bringen Siegpunkte, Rohstoffe oder zusätzliche Würfel ein. Je nach Spieleranzahl ist die Partie vorbei, sobald eine bestimmte Menge Gebäude vergriffen ist.

Zu schnell vorbei

Daraus ergibt sich der einzige Wermutstropfen: Kaum hat man sich so richtig in den Bau seiner mittelalterlichen Metropole vertieft, ist das Spiel auch schon vorbei. Die innovative Spielmechanik würde durchaus eine längere Spieldauer tragen.

In aller Kürze


„Era“

Von Matt Leacock, Pegasus Verlag,  für ein bis vier Spieler ab 10 Jahren, 45 bis 60 Minuten, etwa 45 Euro.

Unsere Wertung: 4 von 5 Sternen