KURZ & KRASS DIE NEUE BUCHROLLE

Eine Buchrolle
Eine Buchrolle © Foto: unbekannt
Christian Rettermayer 07.05.2016

Ungewöhnlich, aber sehr schön sind die Bücher, die der Berliner Kleinverlag „Round not Square“ seit gut einem Jahr herausgibt. Inspiriert von der klassischen japanischen und chinesischen Rollenbuchkunst entstehen Bücher, die aufgerollt sind. Die Weiterentwicklung der traditionellen Schriftrolle bedeutet Umdenken für den Leser: Es gibt keine Seitenzahl, man muss nicht blättern, und Bilder können horizontal nahezu endlos lang sein. Vor allem für Storytelling und Panorama-Aufnahmen ist die Buchrolle geradezu prädestiniert. Auf diese Art ein Buch zu lesen, ist etwas Besonderes. So wird das Kinderbuch „Wilma und Wolf“ fast zum Film, das Buch „Catching The Eye“ mit Fotos aus der Sammlung von Larry Yust zum ästhetischen Erlebnis. Abgesehen davon, dass die Exemplare handgebunden und die Einbände liebevoll gestaltet sind.

Ungewöhnlich ist auch die Geschichte des Verlags. Zwei Leute – die deutsche Sozialwissenschaftlerin Antonia Stolz und der französische Politologe Ioan Brumer – haben das Format aus Liebe zu besonderen und künstlerischen Büchern geschaffen. „Viele haben uns für verrückt erklärt“, sagte Antonia Stolz in einem Interview. Aber sie hätten nach einem Format gesucht, das konkurrenzlos bleibt: sowohl gegenüber normalen Büchern wie auch gegenüber den immer stärker werdenden digitalen Medien. Eine Buchrolle kostet rund 20 Euro.

www.round-not-square.com