Schwäbisch Hall Kurioses aus dem Hagenbachstadion

Lächelnd signalisiert Axel Streich den Stromausfall.
Lächelnd signalisiert Axel Streich den Stromausfall. © Foto:  sey/Archiv
Schwäbisch Hall / RUF 31.07.2015
Ich habe schon verdammt viel Zeit hier verbracht", berichtet Siegfried Gehrke mit einem Blick auf die Betonstufen und den mehr oder minder grünen Rasen des Hagenbachstadions. Das ist ein fast schon untertriebenes Statement.

Ich habe schon verdammt viel Zeit hier verbracht", berichtet Siegfried Gehrke mit einem Blick auf die Betonstufen und den mehr oder minder grünen Rasen des Hagenbachstadions. Das ist ein fast schon untertriebenes Statement. Siegfried Gehrke ist Mitgründer der Football-Abteilung in der TSG, Spieler und seit 25 Jahren Head Coach.

Gehrke sagt das nach dem Spiel gegen die Marburg Mercenaries (44:6) im Hinblick auf das letzte Unicorns-Spiel gegen die Saarland Hurricanes. Viel habe sich nicht verändert in den mehr als 30 Jahren, in denen die Unicorns im Hagenbachstadion spielen - und dennoch habe man in den vergangenen Jahren eine immer größer werdende Zuschauerzahl angelockt. Ein bisschen was habe sich schon verändert, schaltet sich Stadionsprecher Axel Streich mit einem Augenzwinkern ein. "Die Bäume waren nicht so hoch vor 30 Jahren."

Axel Streich erinnert sich an das EFL-Spiel gegen Amiens im April 2013: "Stromausfälle gab es in den 32 Jahren oftmals, insbesondere vor den Spielen. Bis zum Kickoff hatten wir das meist im Griff. Bei diesem Spiel aber nicht. Weil plötzlich nichts mehr zu hören war, habe ich ein Schild mit der Aufschrift "Stromausfall" geschrieben und bin die Tartanbahn hoch und runter gelaufen." Er hat von Anfang an die Unicorns-Spiele kommentiert, "zunächst mit einer Bierbank und einem Kassettenrekorder mit Mikrofon". Später gab es einen Holzverschlag, dann die jetzt bekannte Sprecherkabine. Gehrke und Streich erinnern sich an viele emotionale und wichtige Partien: das in letzter Sekunde verlorene Playoff-Halbfinale gegen Kiel 2009, das Aufstiegsspiel gegen Rüsselsheim oder die Partien gegen die Berlin Adler. Dass nun der Umzug in den Sportpark am Kocher bevorsteht, "darauf haben wir doch in den vergangenen zehn Jahren hingearbeitet", unterstreicht Gehrke. Das sei der "genau richtige Schritt", schließt sich Streich an.

Kurioses gab es im Hagenbachstadion jede Menge: Andreas Weis, letzter deutscher Unicorns-Quarterback vor Marco Ehrenfried, erinnert sich, dass "wir vor den Spielen die Torstangen mit Kabelbindern und Schaumstoff an den Fußballtoren befestigt haben". Die jetzigen gelben Footballstangen wurden nach 2003 angeschafft.

Siegfried Gehrke hätte vor wenigen Jahren beinahe unfreiwillig den Kickoff verpasst. Er wurde vor einem Bundesligaspiel aus Versehen in die Kabine eingeschlossen. Klopfen half nichts - keiner war mehr da. Also schlug er eine Fensterscheibe ein und kletterte heraus. "Ich kam gerade noch zur Teamvorstellung."

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