Dieser Einbruch rüttelt wach. Nach all dem, was man weiß, ging es bei dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden hochprofessionell zu. Wie im Film: „Oceans Eleven“ in Dresden. Die Täter verfügten über ein hohes Maß an Sachkenntnis und stützten sich ganz offenkundig auf eine gewissenhafte Vorbereitung. Dafür spricht auch, dass sie gezielt nur eine einzige Vitrine aufbrachen, um spezielle Schmuckstücke daraus zu entwenden.

Kunst aus Grünem Gewölbe in Dresden ist nicht verkäuflich

 Verkäuflich sind die weltberühmten Stücke nicht, sie taugen nicht für „Bares für Rares“. Das lässt zweierlei befürchten – entweder die gestohlenen Schmuckstücke werden künftig im Tresor eines unbekannten Auftraggebers schlummern, oder schlimmer noch, die Diebe brechen sie auseinander, um die Steine einzeln zu verkaufen und den Rest einzuschmelzen. Letzteres ist ja nach Vermutung der Polizei mit der Eine-Million-Dollar Goldmünze geschehen, die vor nicht allzu langer Zeit in einer ähnlich dreisten Aktion aus dem Bode-Museum in Berlin gestohlen wurde.

Kunstraub in Dresden: Immaterieller Wert ist enorm

Der immaterielle Wert der Dresdner Stücke ist deutlich höher einzuschätzen. Ihr Verlust wäre ein Verlust nicht nur für Dresden und Sachsen, nein, die ganze Welt wäre ärmer. Umso mehr muss sich nun die Frage stellen, ob es den Dieben nicht zu leicht gemacht wurde und ob der Einbruch mit einer besseren Sicherheitstechnik zu verhindern gewesen wäre. Wie kann es sein, dass eine gesamte Sicherheitsstruktur lahmgelegt werden kann, indem man einen Stromkasten abfackelt? Wieso gab es keine zweite Leitung, durch die es eine Notversorgung gegeben hätte? Das sind Punkte, die ebenso wichtig sind wie die Aufklärung des eigentlichen Verbrechens.