Die Ereignisse überschlagen sich. Was in der Corona-Pandemie heute noch gilt, kann morgen schon überholt sein. Ach was, manches lässt sich nicht mal mehr von Tag zu Tag planen, sondern muss von Stunde zu Stunde überdacht werden – sagt der Neu-Ulm Landrat Thorsten Freudenberger. Man mag ihm in diesen Zeiten nicht widersprechen. Umso wichtiger ist es, entschieden und konsequent die gigantischen Herausforderungen anzugehen, die auf uns zukommen.

Noch vor zwei Wochen wäre uns die Vorstellung, ein altes Internatsgebäude zum Hilfskrankenhaus umzufunktionieren, absurd vorgekommen. Heute klingt es vernünftig. Denn auch wenn der Shutdown des öffentlichen Lebens die Ausbreitung des Virus hoffentlich verlangsamt, so wird die Zahl von Infizierten wohl explodieren. Und damit die Zahl derer, die medizinisch betreut werden muss. Im Claretiner-Kolleg wird keine Intensiv-Station aufgebaut, aber Platz geschaffen für diejenigen, die eben nicht lebensbedrohlich krank sind, doch stationär betreut werden müssen.

Auch den Aufruf an medizinisch geschulte oder pflegerisch erfahrene Menschen, die noch nicht, derzeit nicht oder nicht mehr in diesen Berufen arbeiten, sich als Zusatzkräfte zu melden, kann man nur voller Ernst unterstützen. In der Corona-Krise werden nun von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, mehr kundige Hände gebraucht, die anpacken können.