Kommentar · BAHNHALT Merklingen: Der Alb-Traum geht weiter

MATTHIAS STELZER 25.07.2015

Das ist ein starkes Signal an die Berliner Amtsstuben und Bahn-Büros. Um ihren Traum von einem Bahnanschluss für die Alb doch noch wahr werden zu lassen, nehmen acht Städte und Gemeinden auf der Hochfläche viel Geld in die Hand. Mit etwa 13 Millionen Euro wollen sie sich an den Planungs- und Baukosten eines Bahnhalts in Merklingen beteiligen. Und auch Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ist über seinen Schatten gesprungen. Der Minister will die fehlenden 9,5 Millionen Euro beibringen und geht damit auch ins Risiko, was etwaige Kostensteigerungen des Projekts betrifft.

Mit diesem guten Ergebnis der gestrigen Runde im Stuttgarter Verkehrsministerium hatte zuvor niemand gerechnet. Noch zu Beginn der Woche schien der Bahnhof weiter entfernt denn je. Die vom Kreis, den Alb-Kommunen und der Industrie- und Handelskammer beauftragte Machbarkeitsstudie sprach dem Projekt die Wirtschaftlichkeit ab, eine Finanzierung mithilfe des vom Bund verwaltenen Gemeinde Verkehrsfinanzierungstopfs war nicht mehr denkbar. Zumindest im Landratsamt hielt man das Bahnhofs-Projekt bereits für gescheitert.

Dass nun doch der Wille der Alb-Kommunen und ÖPNV-Kämpfer über die finanzverwalterischen Bedenken hinweggeholfen hat, dass die Landesregierung ins Risiko für die Albhochfläche gegangen ist, muss bei den verbliebenen Projektpartnern, dem Bund und der Bahn, als robustes Mandat verstanden werden. Die Region will diesen Halt an der Schnellbahnstrecke. Nicht koste es, was es wolle. Aber auch, wenn er etwas kostet. Völlig zu Recht! Denn der Bahnhalt bei Merklingen ist nicht nur ein Alb-Traum, sondern auch eine Riesenchance für den ländlichen Raum auf der Laichinger Alb.

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