Die SPD in Albershausen ist offenbar wunschlos glücklich. Bevor der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung über den Haushalt abstimmte, durften die Fraktionen und SPD-Gemeinderat Stelzer ihre Wünsche für das laufende Haushaltsjahr äußern.

In einer kurzen Haushaltsrede machte Ute Lehnemann von der Bürgerlichen Wählervereinigung (BWV) deutlich, es sei wichtig für die Gemeinde, Wohnraum zu schaffen und Baugebiete zu erschließen. Die Zahl der Einwohner stagniere seit Jahren, und man müsse einiges tun, um die Einwohnerzahl zu steigern oder wenigstens zu halten. Zu den Wünschen der Wählervereinigung gehört ein Kreisverkehr an der Kreuzung Hattenhofen/Wohngebiet und Gewerbegebiet Längerts. Ein Wunsch, den auch die Freie Wählerschaft (FWS) auf der Agenda hatte. Zunächst wurden für die Planung  50 000 Euro im Haushalt vorgesehen.

Gleichzeitig beantragte die FWS, den Blitzer am Herzenhaldenweg gegen eine Blitzsäule auszutauschen, die die Geschwindigkeit von Fahrzeugen in beide Richtungen überwacht. Auch dieser Wunsch wurde einstimmig angenommen.

Um die Ortsmitte ein wenig zu beleben, beantragte die FWS einen öffentlichen Bücherschrank am Rathaus. In verschiedenen Gemeinden existieren bereits solche Bücherschränke, die als Tauschbörse funktionieren. Der Eine stellt seine nicht mehr benötigen Bücher ein, der Andere, der sich dafür interessiert, entnimmt sie. Dies könne Nutzer zum regelmäßigen Besuch des Krone-Areals animieren und so einen „Beitrag zur Attraktivitätssteigerung unserer vereinsamten Ortsmitte“ leisten, argumentierte die Fraktion.

Allerdings war den Kommunalpolitikern der anderen Fraktionen nicht klar, wie dies funktionieren solle. Ohne einen „Paten“ oder „Manager“ konnten sie sich einen reibungslosen Ablauf nicht vorstellen. Erst als sich Doris Mayer-Joecks (FWS) bereit erklärte, sich des Bücherschranks anzunehmen, wurde der Antrag einstimmig durchgewinkt.

Nicht unumstritten war ein Antrag der Freien Wählerschaft, künftig auch Hunde von Jägern von der Hundesteuer auszunehmen. Rettungshunde, Schutzhunde und Hunde von hilfsbedürftigen Menschen wie beispielsweise Blinden seien bereits steuerfrei, argumentierte die Fraktion. Die Kommunalpolitiker beriefen sich auf den Landesjagdverband, der bereits seit Jahren darauf hinweise, dass „Jagdhundeführer mit ihren geprüften und jagdlich brauchbaren Hunden zu einem großen Teil Aufgaben erfüllen, die im öffentlichen Interesse liegen und der Allgemeinheit sowie dem Tierschutz dienen (beispielsweise bei Wildunfällen)“. Es handele sich um etwa zehn bis 15 Hunde, der Hundesteuersatz liegt derzeit bei 96 Euro.

Letztlich wurde dem Antrag zwar zugestimmt, allerdings enthielten sich vier Gemeinderäte der Stimme, einer stimmte dagegen. Die Zweifler fürchteten vor allem einen hohen Verwaltungsaufwand, der neben der um 1000 bis 1500 Euro geringeren Hundesteuer die Kosten in die Höhe treiben könnte. Auf dem Wunschzettel der CDU standen zwei Positionen: nämlich zum Einen eine zusätzliche Hundetoilette im Neubaugebiet Hangeswiesen. Da gab es keine Diskussion, nur eine kritische Anmerkung von Wolfgang Fischer (BWV) an die Hundehalter: „Sie müssen halt auch genutzt werden“. Er stelle immer wieder fest, dass entlang der Wege Hundekot liege.

Eine Rampe für den Friedhof, damit auch das Urnenfeld von gehbehinderten Menschen erreicht werden kann, stand ebenfalls auf der Liste der CDU. „Das wäre sicherlich sinnvoll“, sagte Roland Hirsch (BWV). Der erste stellvertretende Bürgermeister leitete für den erkrankten Bürgermeister Jochen Bidlingmaier die Sitzung. Gleichzeitig wies Hirsch darauf hin, dass es diese Überlegung bereits vor Jahren gegeben habe, damals aber festgestellt worden war, sie sei nicht umsetzbar.

„Das soll keine Rampe werden, auf der der Bauhof mit Fahrzeugen fahren kann“, hielt Hermann Weiler (FWS) dagegen. Und die CDU argumentierte, derzeit sei der Friedhofsbereich nur über zwei Treppen erreichbar. Wenn eine davon zur Rampe umgebaut werde, könnten nicht nur Rollstuhlfahrer, Personen mit Rollator, sondern auch Eltern mit Kinderwagen das Urnenfeld besser erreichen. Und auch Pflanzen zur Grabpflege könnten mit der Schubkarre bequemer transportiert werden. Überzeugende Argumente, denen sich alle Kommunalpolitiker beugten und sich einstimmig dafür aussprachen.