Jan Habenicht führt die Jugend-Motocross-Meisterschaft souverän an

Einmal ohne Helm: Der Bissinger Jan Habenicht.
Einmal ohne Helm: Der Bissinger Jan Habenicht. © Foto: Foto: dab
Daniel Buck 20.06.2012
Die deutsche Jugend-Motocross-Meisterschaft (DJMV) führt Jan Habenicht vom MSC Schnaitheim zurzeit souverän an. Eines Tages möchte der Bissinger wie sein Vorbild, Ken Roczen, jedoch den Sprung in die USA schaffen.

Auf einer 200 Meter langen Geraden beschleunigt Jan Habenicht seine Suzuki-Viertakt, der Motor heult auf – Vollgas. Mit 90 km/h geht es zum Sprunghügel, Habenicht zieht im richtigen Moment den Lenker hoch. Sieben Meter über dem Erdboden reißt er das Heck seines Motorrads nach rechts und verlagert sein Gewicht nach links: Nun liegt der 20-Jährige für einen Moment waagerecht in der Luft und landet anschließend sicher auf zwei Rädern.

Bei solchen Szenen kommen die Zuschauer kaum aus dem Staunen raus und belohnen Jan Habenicht mit Szenenapplaus. Doch der Bissinger bewältigt diese Stunts mit erstaunlicher Leichtigkeit. Seit Jahren fährt Jan Habenicht Motocross und in diesem Jahr ist er Favorit in der deutschen Jugend-Motocross-Meisterschaft. Zwei von drei Rennen konnte Jan Habenicht bereits gewinnen, nur einmal musste er sich, aufgrund eines Sturzes, mit dem dritten Platz in Flehingen begnügen.

Motocross ist ein zeit- und geldaufwendiges Hobby, die Fahrer müssen dabei aber auch körperlich fit sein. „Erholung ist da eigentlich nur im Winter möglich“, erklärt Jan Habenicht. „Außerdem muss man immer hundertprozentig konzentriert sein, weil der kleinste Fahrfehler verheerende Folgen haben kann“, fügt der sympathische Blondschopf an.

Für seine Fitness trainiert Habenicht zweimal in der Woche im Studio seines Sponsors und am Wochenende auf seinem Motorrad. „Die Rennwochenenden sind sehr anstrengend. Nach zwei Läufen von je 25 Minuten bin ich total ausgepowert“, so Habenicht.

Trotz aller Anstrengungen ist der 1,75 Meter große Fahrer des Pauls-53-Racing-Teams jederzeit für einen Spaß zu haben. „Havenot“ (englisch, frei übersetzt für Habenicht), wie der Bissinger von seinen Freunden genannt wird, ist aber auch überaus ehrgeizig: „Mein bisher schmerzhaftester Moment war, als ich bei der baden-württembergischen Meisterschaft 2010 mit einem Punkt Rückstand nur Zweiter wurde“, erzählt der Motocrosser.

Zurzeit konzentriert sich der Industriemechaniker jedoch aufs Abitur. „Falls es mit dem berufsmäßigen Motocrossfahren nicht klappen sollte, möchte ich Wirtschaftsingenieurwesen studieren“, sagt Habenicht.

Dennoch sei sein größtes Ziel, sein Hobby zum Beruf zu machen. Noch ist sein Vater, der früher selbst einmal Straßenrennen gefahren ist, sein größter Sponsor. Doch Jan Habenicht träumt davon, eines Tages wie sein Vorbild, Ken Roczen, in die USA zu gehen, weil dort Motocross einen größeren Stellenwert hat. Das Talent dazu hat Habenicht zumindest.