Schach Interview: "Da ist Brisanz enthalten"

Schwäbisch Hall / RUF 21.04.2015
Mario Meinel ist Mannschaftsführer des Haller Frauenteams. Ein Rückzug aus finanziellen Gründen ist für ihn nicht vorstellbar.

Herr Meinel, SK-Präsident Michael Riedel sprach davon, dass eine Bundesliga-Mannschaft abgemeldet werden müsse, sollten keine Sponsoren dazu kommen. Ist das Damen-Team gefährdet?
MARIO MEINEL:
Einen Vizemeister abzumelden halte ich für den größten Supergau in der Geschichte des Vereins und des Schachsports. Das hat es europaweit noch nie gegeben. Das Damenteam ist deutlich günstiger. Es gibt Strömungen im Verein, die sind Pro und andere, die sind Contra. Aber es ist noch keine Entscheidung gefallen.

Wie hat Ihr Team auf diese Informationen reagiert?
Ich habe bisher nur Karina Ambartsumova und Deimante Daulyte eingeweiht. Karina war sehr bestürzt, sie hat geweint. Deimante ist die Freundin von Matthieu Cornette, der bei den Herren spielt - da ist natürlich Brisanz enthalten.

Wie kann es Ihrer Meinung nach mit dem Damenteam des SK Schwäbisch Hall weitergehen?
Ich habe mit Thomas Marschner (Pressewart des Damenteams, Anm. d. Red.) die Idee 4+2 ins Leben gerufen. Das bedeutet vier Profis und zwei Amateure. Das drückt den Etat deutlich nach unten. Wichtig ist, Internet und soziale Netzwerke zu nutzen - auch bei der Suche nach Sponsoren. Frauenschach ist besser zu vermarkten, das haben mir meine Kollegen Jürgen Müller (Bad Königshofen) und Martin Herwig-Päutz (Friedberg) bestätigt. Männerschach ist unbezahlbar.