Calgary Dinos Basketball: Zwei Ulmer sind in Kanada Stars

Ulm/Neu-Ulm / Helen Weible 05.09.2018
Auf dem Weg zu einem zweiten Titel misst sich das Universitätsteam aus Calgary derzeit mit deutschen Zweitliga-Mannschaften. Die Basketball-Studenten Maxi Eisele und Lars Schlüter begegnen auch ihren Ex-Teams.

Zwei Ulmer Jungs waren Anfang dieses Jahres Teil eines historischen Ereignisses. Sie feierten mit den Calgary Dinos, dem Basketballteam der Universität Calgary, in Kanada den Meister-Titel. Maxi Eisele und Lars Schlüter gehören zu einer Mannschaft, deren Spieler seither wie Stars behandelt werden.

So standen sie etwa bei einem Eishockey-NHL-Spiel der Calgary Flames auf dem Eis, und im Stadion wurden sie von einer gigantischen Menge bejubelt, vergleichbar mit einer Zuschauerkulisse bei einem Spiel des FC Bayern in der Allianz-Arena. „Es war eine Wahnsinns-Erfahrung, wir wurden sehr lange gefeiert“, sagt Eisele, der fünf Jahre das Internat in Urspring besucht hatte und dort zu einem versierten Aufbauspieler gereift ist.

Im Studium „Sports Science“ geht er in sein drittes Jahr. Lars Schlüter ist bereits zwei Semester länger in Kanada. Er studiert International Business, seine Zwillingsschwester Anneke, ebenfalls Basketballerin, bekam ein Stipendium in Peori/Illinois. Sie alle leben ihren nordamerikanischen Traum. Der 21-jährige Eisele bekennt:  „Ich habe gerade die beste Zeit meines Lebens“.

Stete Horizonterweiterung

Die Dinos waren die Außenseiter. Jetzt sind sie es nicht mehr. Sie sind die Gejagten. Dennoch soll ein weiterer Endspielsieg im Final-8-Turnier her. „Gegen uns wird jedes Team sein bestes Spiel zeigen. Wir wollen nochmal den Titel holen, aber dieses Mal wird es sehr viel schwerer“, sagt der 23-jährige Schlüter, der mit 18 Punkten maßgeblich am Erfolg beteiligt war.

Auch der ehemalige Urspringer hat sich den zweiten Titel als Ziel gesetzt. „Das hier ist eine super Challenge.“ Gemeinsam mit zehn Teamkollegen und fünf Betreuern, darunter Coach Dan Vanhooren, touren die Jungs seit einer Woche durch den Südwesten Deutschlands. Das Programm: Tests gegen teils viel stärkere, gesetztere ProA- oder ProB-Teams und zwischendrin eine Menge Kultur.

Eine komplett andere Welt

Eisele ist daran gelegen, seinen kanadischen Mannschaftskameraden – die meisten sind erst 18 Jahre alt und das erste Mal in Europa – so viel wie möglich zu zeigen und zu erklären. „Für viele ist das hier eine komplett andere Welt. Der Stil der alten Gebäude beispielsweise ist ihnen völlig fremd. Es ist wichtig, dass man auch kulturell etwas mitnimmt“, sagt Eisele. Er und Lars Schlüter beherbergen jeweils zwei Mitspieler bei sich daheim, bei einer Familie wird immer gemeinsam gefrühstückt.

Gemeinsam erkundet haben die Jungs bereits das Schloss Neuschwanstein, die Fachwerkhäuser in Rothenburg ob der Tauber oder die Gotik des Ulmer Münsters; ein Besuch im Konzentrationslager Dachau stand gestern auf dem Plan.

Highlight gegen Ulm

In dieses vollgepackte Programm, das am Freitag endet, sind etliche Basketball-Testspiele integriert. Einer der Höhepunkte wird sicherlich am Dienstagabend das Spiel gegen Schlüters Ex-Klub Orange Academy Ulm sein.

Das Farmteam des Bundesligisten Ratiopharm Ulm hat natürlich ein ganz anderes Gesicht als damals, „es sind gerade noch zwei Spieler da, die ich kenne“, so der über zwei Meter große Korbjäger, „aber für mich ist es das wichtigste Spiel. Das müssen wir gewinnen!“

An Niederlagen wachsen

Für Maxi Eisele gab es das große Wiedersehen schon: In der Junge-Halle bei der Klosterschule machte sein ehemaliger Verein eine ziemlich gute Figur. Die Dinos hingegen verloren klar. „Die waren ein Level besser“, musste Eisele zugeben, der sehr gern an diesen „besonderen Ort“ zurückgekommen ist.

Vielleicht lag es auch daran, dass sie erst nachts um 2 Uhr angekommen waren. Am Tag davor gab es einen Schlagabtausch mit Bambergs Farmteam Baunach unter Neutrainer Felix Czerny. Hier verloren die Jungs von Dan Vanhooren nur mit drei Punkten Rückstand. „Unser Coach ist bislang sehr zufrieden mit uns“, sagt Schlüter, mit 23 Jahren einer der Ältesten. Zurück in Calgary, am Fuße der Rocky Mountains, wird sich zeigen, ob die Dinos nochmals Geschichte schreiben können.

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