Rot am See Hinter jeder Erkrankung steht der Mensch

Die Regionalgruppe Parkinson trifft sich 14-tägig im Bürgerhaus in Rot am See.
Die Regionalgruppe Parkinson trifft sich 14-tägig im Bürgerhaus in Rot am See. © Foto: Bruno Münch
Rot am See / Bruno Münch 01.06.2018
Die Regionalgruppe Parkinson besteht seit 25 Jahren. Das feiert die Selbsthilfegruppe am Mittwoch, 13. Juni, im Bürgerhaus in Rot am See.

Vor 25 Jahren haben sich Irene Ebert aus Crailsheim und Gertrud Vogt aus Rot am See in der Parkinson-Fachklinik in Wolfach kennengelernt. Unzufrieden damit, keiner entsprechenden Gruppe anzugehören, beschlossen sie, eine Gruppe für Parkinson-Erkrankte im Raum Crailsheim zu gründen. Mit diesem Anliegen tauchten sie eines Tages beim ehemaligen Leiter der diakonischen Bezirksstelle in Crailsheim, Martin Wörner, auf.

Die Diakonische Bezirksstelle gab Hilfestellungen – organisierte beispielsweise einen rollstuhlgeeigneten Raum im evangelischen Gemeindezentrum in Altenmünster. Bald darauf zog man jedoch ins Bürgerhaus nach Rot am See um, wo man sich heute noch 14-tägig mittwochs von 14 bis 16 Uhr trifft. Der Landesverband Baden-Württemberg unterstützte – in der Person von Gislind Morell – ebenfalls die Gründung. Seit 1993 hat die Gruppe mehr als 20 Mitglieder und eine eigene Buchführung.

Drei Ziele verfolgt die Parkinson-Gruppe, die zum Verband der Deutschen Parkinson-Vereinigung in Neuss gehört: Es gibt immer wieder Informationen über den Stand der Forschung bei dieser organischen Nervenerkrankung, deren Ursache immer noch unbekannt ist. Sie fängt früh an und führt im Lauf der Zeit zu Versteifungen – allerdings kann das lange überspielt werden.

Gehirnjogging hält fit

Bei den Gruppen-Treffen machen die Teilnehmer etwa eine halbe Stunde lang spezielle Gymnastikübungen, die dem Fortschreiten der Krankheit entgegenwirken können. Auch „Gehirnjogging“ wird betrieben. Wichtig ist außerdem – es handelt sich um eine Selbsthilfegruppe – der gegenseitige Austausch: Welche Erfahrungen hat man mit den Kliniken gemacht? Was war gut, was ist weniger zu empfehlen? Viele offene Fragen werden geklärt.

Darüber hinaus gibt es einmal im Jahr eine Informationsfahrt, die die Gruppe in eine spezielle Klinik führt. Dort werden die Therapieeinrichtungen vorgestellt. Die Organisation koordiniert bis heute Martin Wörner.

Vortrag über neue Erkenntnisse

„Hinter jeder Erkrankung steht der Mensch“, so könnte man das Motto der Selbsthilfegruppe beschreiben. Sie will dazu helfen, dass den Betroffenen trotz ihrer Erkrankung ihre innere Schönheit bewusst wird. So erlebt man immer wieder, dass die Teilnehmer der Gruppentreffen beschwingt und fröhlich nach Hause gehen.

Bei der Jubiläumsfeier am Mittwoch, 13. Juni, erwartet die Besucher um 14 Uhr ein buntes Programm. Im Mittelpunkt steht ein Vortrag von Privatdozentin Dr. Birgit Herting, Chefärztin der Neurologischen Klinik im Diakoniekrankenhaus Schwäbisch Hall. Sie referiert über die neuesten Erkenntnisse zu Morbus Parkinson in der Forschung.

Info

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist bei Sabine Feyh unter Telefon 07953/8222 oder bei Martin Wörner unter Telefon 07951/21720 oder per E-Mail an emwecr@gmx.net.

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