Eine Tür schließt sich

Abschied in eine ungewisse Zukunft: Im Café Klein wird heute zum letzten Mal gefeiert. Nachfolger für die Pächterinnen, die jetzt ins Fecker umziehen, gibt es noch nicht. Doch der Besitzer hofft, dass es weitergeht.

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  • Die Vorbereitungen laufen: Ein letztes Mal wird heute im Café Klein gefeiert und in Erinnerungen geschwelgt. Pächterin Pe Gantenbein-Mayer (Mitte) freut sich auf ihre neue Kneipe: Das Fecker. Fotos: Samira Eisele 1/2
    Die Vorbereitungen laufen: Ein letztes Mal wird heute im Café Klein gefeiert und in Erinnerungen geschwelgt. Pächterin Pe Gantenbein-Mayer (Mitte) freut sich auf ihre neue Kneipe: Das Fecker. Fotos: Samira Eisele
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Fleißige Helferhände ziehen an den Außenwänden eines blauen Pavillons. Pächterin Pe Gantenbein-Mayer gibt Anweisungen. In der Schulstraße laufen die Vorbereitungen auf den Abschiedsabend des Café Klein. Heute Abend wird ein letztes Mal gemeinsam mit den Gästen gefeiert, in Erinnerungen geschwelgt - und Lebewohl gesagt. Denn die Pächterinnen ziehen weiter und eröffnen am 6. Januar die Kultkneipe Fecker neu. Und das Café Klein schließt seine Türen. Vorerst, hofft Besitzer Rainer Bosch.

"Offen" sei, wie es weitergeht, sagt Bosch auf Anfrage der HZ. Seinen Blick in die Zukunft beschreibt er dennoch als "gelassen-hoffnungsvoll". Denn auch wenn nach der Abschiedsfeier heute Abend die Tür des Café Klein erst einmal abgeschlossen wird, hofft der frühere Betreiber und Besitzer, dass sich jemand findet, der die kleine Gastronomie übernimmt. Ein konkreter Kandidat ist jedoch noch nicht in Aussicht.

Vor gerade einer Woche hat Bosch Rückschau gehalten: In einem Vortrag bei der Lichtstube ließ er die 20 Jahre des Café Klein Revue passieren. Damals habe er gar nicht damit gerechnet, dass sich das Café so lange halte, sagt Bosch im Rückblick. Doch nun habe es nicht nur zwei Jahrzehnte, sondern auch 150 Konzerte und 50 Ausstellungen überlebt. Bosch betrieb das "Klein" mit seiner Partnerin Isa Krapfl 13 Jahre lang nebenberuflich. Die Kellnerinnen arbeiteten dabei immer autonom, mit eigenen Schlüsseln. Das habe gut geklappt und auch die Idee, durch das Café Klein "die Altstadt ein bisschen zu beleben", sei damals gut gelungen. Dann kamen Pächter und Pächterinnen, die die Gastronomie weiterbetrieben. Zuletzt Pe Gantenbein-Mayer und Sandra Hirlinger, mit denen Bosch sehr zufrieden war. Doch nun ist erst einmal Schluss, denn die Beiden übernehmen die Altstadtkneipe Fecker. Für das Café haben sie dann keine Zeit mehr.

Bis ein neuer Pächter gefunden ist, bleibt die Türe zu. Besitzer Rainer Bosch möchte die Konzession allerdings erhalten. "Ich würde es begrüßen, wenn es wieder ein Ort der Begegnung werden würde", sagt er an einen möglichen neuen Pächter gerichtet. Das Konzept überlässt er ganz den Vorstellungen des zukünftigen Betreibers. Fast zumindest: "Nicht zurück zum Rauchen und keine Spielautomaten", schränkt Bosch ein. "Auch ein Mix" wäre willkommen, "zum Beispiel ein Second-Hand-Laden mit Gastronomie". Es gibt noch einen kleinen Haken: "Finanzen dürfen nicht im Vordergrund stehen." Eher das Herzblut, das auch für Bosch und Krapfl damals in die Kneipe steckten. Der Lehrer Rainer Bosch will jedoch momentan nicht selbst wieder hinter dem Tresen stehen, dafür haben weder er noch seine ebenfalls berufstätige Partnerin Isa Krapfl Zeit. Positiv am Abschied vom Café Klein: "Dass unsere Philosophie mit den Pächterinnen ins Fecker übergeht."

Für den Übergang von Philosophie und Pächterinnen ist eine knappe Woche eingeplant: Nach dem Abschied im Café Klein wird ausgeräumt und umgezogen. Und am Dreikönigstag geht es mit einem Frühschoppen im Fecker los. "Der Termin steht", sagt Pe Gantenbein-Mayer inmitten der Vorbereitungen auf den Abschiedsabend: "Wir freuen uns auf das Fecker und hoffen, dass wir alles so hinkriegen, wie wir uns das vorgenommen haben." Das Fecker soll mit Pe Gantenbein-Mayer und Pacht-Partnerin Sandra Hirlinger wieder zu Bierstengeln und kleinen Gerichten, Hausmannskost und Vesperkarte zurückkehren.

Doch bevor es soweit ist wird heute Abend noch ein letztes Mal im Café Klein und im blauen Pavillon - mit Außenwänden - gefeiert.

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