Wanzen. Überall Wanzen. Den Winter verbringen die kleinen Tierchen in der Nähe der Menschen. Sie bevorzugen hoch gelegene Balkone, Dachterrassen, Rollladenkästen oder Mauerritzen. Auch bei offenen Fenstern und Türen ergreifen sie schnell die Gelegenheit, um sich vor der nahenden Kälte zu schützen.

Vor allem in den Häusern und Wohnungen gelten die Sechsfüßer allerdings als ungebetene Gäste. Viele Menschen ekeln sich vor den kleinen Brummern.

Stinkendes Sekret bei Gefahr

Schuld am schlechten Ruf sind Arten wie die Gemeine Stinkwanze. Im Frühling und Sommer ist sie grün, weshalb sie auch Grüne Stinkwanze genannt wird. Im Herbst und Winter ist sie dann eher braun – und immer macht sie ihrem Namen alle Ehre: Bei Gefahr sondert sie ein klebriges, stinkendes Sekret ab.

Die aus Ostasien eingeschleppte Marmorierte Baumwanze wird häufig als „Stinkkäfer“ bezeichnet und ist ein landwirtschaftlicher Schädling. Die gräuliche oder bräunliche Wanze hat weiße Ringe an den Fühlern und helle Punkte unter dem Hals. Die Graue Gartenwanze gibt bei Bedrohung ebenfalls ein stinkendes Sekret ab – aufgrund ihrer graugelben, stark gepunkteten Färbung sieht sie schmutzig aus.

Farbenpracht statt Gestank

Während die einen heftig stinken, gibt es auch Wanzen-Arten, die deutlich besser riechen – etwa nach Vanille, Kirschen oder Rosen. Der Geruch der Ritterwanze wird von Menschen zumindest nicht als störend empfunden. 2007 wurde das farbenprächtige Tierchen in Deutschland und Österreich zum Insekt des Jahres gewählt. Die Ritterwanze ist eher länglich, rot und hat ein schwarzes Kreuz auf dem Rücken. Aufgrund ihrer Färbung ähnelt sie der ebenfalls rot-schwarzen Feuerwanze, die man oft dutzendweise an Bäumen findet.

In Europa gibt es etwa 3.000 Wanzen-Arten. Fast alle ernähren sich von Pflanzensäften. Eine Ausnahme ist die Bettwanze, die an den Schlafplätzen von Menschen und Tieren lebt, deren Blut sie saugt. Ihr Speichel führt bei vielen Menschen zu starkem Juckreiz. In Deutschland gibt es diese Wanzen-Art kaum noch – Urlauber können sie jedoch im Koffer einschleppen.

Wanze in der Wohnung: Was tun?

Wenn eine der stinkenden Wanzen-Arten es in die eigenen vier Wände geschafft hat, sollte man sie nicht anfassen – übelriechende Hände sind sonst garantiert. Aus demselben Grund empfiehlt es sich auch nicht, die Wanze einfach zu zertreten. Einfach nichts zu tun, während der nervige Brummer mit seinem unansehnlichen Flugstil wiederholt gegen die Fensterscheibe kracht, ist für die meisten aber auch keine Option.

Wer geduldig ist, kann erst einmal ein Fenster oder die Tür öffnen und abwarten, ob das Insekt alleine den Weg nach draußen findet. Ansonsten kann man die Tierchen auf ein Blatt Papier oder einen Ast krabbeln lassen und sie dann einfach nach draußen tragen. Bettwanzen wird man deutlich schwieriger los. Meist muss mehrfach ein Kammerjäger kommen, bis die Parasiten erledigt sind.

Das könnte dich auch interessieren:

Stuttgart