Der Schwund geeigneter Lebensräume in der Natur hat zur Folge, dass Vögel immer weniger Nistplätze und immer weniger Nahrung vorfinden. Gärten könnten einen Ausgleich schaffen – sofern sie den Bedürfnissen der Vögel entsprechen. Denn die zwitschernden Gesellen siedeln sich nur an, wenn sie Futter, Plätze zum Verstecken und wenn sie Wasser vorfinden. Nur wenn alle drei Faktoren erfüllt sind, halten sich Vögel im Garten auf, bauen Nester und trällern zur Freude der menschlichen Bewohner.

Schnelle Maßnahmen sind ein Vogelbad oder eine Tränke, Nistkästen und ein Vogelhäuschen mit entsprechendem Futterangebot. Um den Tierchen eine verlässliche Nahrungsquelle zu bieten, müssen Tränke und Häuschen jedoch konsequent befüllt werden - am besten das ganze Jahr hindurch. Wer sich für die natürliche und langfristige Variante interessiert, sollte eine vogelfreundliche Bepflanzung in Betracht ziehen.

Denn ob sich Vögel im Garten niederlassen, hängt von den Gehölzen ab, die sie vorfinden. Alle Vögel brauchen während der Brut- und der Aufzuchtzeit tierische Nahrung. Die Körnerfresser wie Finken und Sperlinge geben sich während der restlichen Zeit des Jahres als Vegetarier, doch wenn sie sich um den Nachwuchs zu kümmern haben, benötigen auch sie tierisches Eiweiß.

Alle Nestlinge, sowohl von Körner- als auch von Insektenfressern wie Amsel und Rotkehlchen oder Allesfressern wie ­Meisen, werden mit Spinnen, Räupchen und kleinen Insekten gefüttert. Solche gehaltvollen Leckerbissen finden die Elternvögel vor allem in heimischen Gehölzarten. Bäume und Sträucher, die hierzulande heimisch sind, beherbergen eine Vielzahl an Gliedertieren, während fremdländische Arten wesentlich seltener besiedelt und angefressen werden. Ein gutes Beispiel ist der beliebte Schmetterlingsflieder: Im Sommer saugen erwachsene Schmetterlinge in Vielzahl an den nektarreichen Blüten, doch keine einzige Schmetterlingsraupe kann sich an den Blättern dieses Strauches entwickeln. Ohne Raupe aber gibt es keinen Schmetterling.

Diese Sträucher locken Vögel an

Ein viel größeres Nahrungsangebot für Insektenlarven halten heimische Sträucher bereit und die Insekten wiederum ernähren die Vögel. Außerdem nehmen unsere heimischen Vögel die Früchte heimischer Sträucher viel besser an, während sie die Verzehrfähigkeit fremdländischer Früchte erst lernen müssen. Zum Beispiel fressen 32 Vogelarten die apfelähnlichen Früchtchen des heimischen Weißdorns, am verwandten nordamerikanischen Scharlachdorn hatten Wissenschaftler nur zwei Arten beobachtet.

Das ideale Vogelschutzgehölz bietet Insekten im Frühjahr und Sommer, Früchte im Herbst und das ganze Jahr über Deckung. Beste Voraussetzungen bringt somit der Weißdorn mit seinem dornigen Geäst mit. Beliebt sind bei Vögeln darüber hinaus die Strauchrosen. Auf den bewehrten Ästen kann man sich entspannt niederlassen und die fleischigen Hagebutten stellen eine Nahrungsreserve bis Dezember oder Januar dar.

Der Weißdorn (hier Crataegus monogyna) gilt als Wohnstätte guter Feen und ist christliches Zeichen der Hoffnung. Außerdem bietet er Vögeln Nahrung und Unterschlupf.
Der Weißdorn (hier Crataegus monogyna) gilt als Wohnstätte guter Feen und ist christliches Zeichen der Hoffnung. Außerdem bietet er Vögeln Nahrung und Unterschlupf.
© Foto: Marion Nickig/dpa

Vögel lieben auch den Feuerdorn. Er ist zwar nicht heimisch und beherbergt wenige Insekten, doch sein dichter Wuchs bürgt für idealen Schutz vor Nesträubern und die gelben oder roten Früchte werden gefressen. Wer für Vögel eine gute Umgebung schaffen will, pflanzt am besten eine freiwachsende Hecke, die möglichst viele verschiedene heimische Sträucher enthält. Weißdorn, Schlehe (Schwarzdorn), Berberitze und Pfaffenhütchen passen gut hierhin, etwas höher wachsen daraus kleine Bäume wie Feldahorn oder Holunder hervor.

Vögel im Garten: Gesang und kunstvolle Nester als Belohnung

Beste Voraussetzungen für Vögel liefert der Rote Hartriegel, dessen dichtes Laub hervorragenden Sichtschutz etwa für die Mönchsgrasmücke gewährleistet. Das graue Männchen mit der schwarzen Kappe auf dem Kopf wird sich für die Luxusbehausung wochenlang mit flötendem Gesang bedanken – erst nach dem Laubfall im November offenbart sich das kunstvoll gebaute, feinmaschige Nest. Nicht fehlen sollte der Liguster, dessen schwarz glänzende Beeren den höchsten Nährwert aller Früchte aufweisen. Noch bis weit in den Frühling hinein hängen die Früchte in dichten Trauben am Strauch und sichern den Vögeln das Überleben. Aus menschlicher Sicht wächst der Liguster recht sparrig, doch er verträgt jeden noch so rabiaten Schnitt. Die Astquirle wiederum geben eine gute Stütze für Vogelnester.

Hamburg

Damit Vögel ihre Brut erfolgreich aufziehen können, brauchen sie unbedingt eine geschützte Stelle für das Nest. Weder Elstern noch Katzen, Eichhörnchen oder Marder dürfen das Gelege erspähen. Aus diesem Grund nisten Vögel gern in dichten Nadelbäumen – Eiben und Wacholder erweisen sich als ideal. Unsere heimischen Vogelarten beginnen immer früher mit dem Nestbau. Allerdings haben dann die meisten Laubbäume noch nicht so recht ausgetrieben und bieten dadurch zeitig im Frühling noch keinen guten Sichtschutz. Immergrüne Nadelbäume werden dann gern für den Nestbau genutzt, obwohl diese Gehölze im Vergleich zu Laubbäumen viel weniger Insektenarten beherbergen.

Guten Schutz finden Amseln, Blau- und Kohlmeisen auch in Dickicht von Fassadenbegrünungen. Eine immergrüne Heckenkirsche entwickelt am Spanndraht oder Rankgerüst erzogen ein kräftiges Astwerk mit einem schützenden Vorhang aus beblätterten Zweigen. Auch ein Efeu, der an der Außenwand mithilfe von Haftwurzeln hochklettert, birgt geschützte Plätze für Vogelnester.

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Die Tränke sollte möglichst frei liegen


Vögel brauchen frisches Wasser im Sommer wie im Winter. Doch einer Tränke nähern sie sich nur mit äußerster Vorsicht. Egal ob Schale oder Teich­ufer – die Trinkstelle muss frei liegen, damit die Vögel sicher vor auflauernden Katzen sind. Beim Trinken oder Baden checkt ein Vogel beständig die Umgebung. Erkennt er eine Gefahr, will er sich schnell in Sicherheit begeben können, am liebsten zischt er ab in einen dornigen Strauch.