Ideal für Ungeduldige sind vorgezogene Jungpflanzen. Damit verschafft man sich bei Gemüse, Salat und Kräutern auch einen Erntevorsprung von mindestens vier Wochen. Zur besten Pflanzzeit im Mai ist die Auswahl auf dem Wochenmarkt, in Gärtnereien, im Gartencenter oder im Versand besonders groß. Die eigene Aussaat in kleine Töpfe oder direkt ins Beet lohnt sich vor allem dann, wenn man einen größeren Garten bewirtschaftet und bei Arten wie Möhren, bei denen eine Vorkultur nicht üblich ist.

Mangold: Das Blattgemüse erlebt einen Boom

Als Volltreffer für Selbstversorger erweisen sich Arten und Sorten, die frisch geerntet am besten schmecken oder im Handel oft nicht zu haben sind. Ein Paradebeispiel liefert Mangold. Jahrzehntelang spielte das robuste Blattgemüse nur als sommerlicher Spinatersatz eine Rolle. Dann schaffte die englische Sorte „Rhubarb Chard“ mit feuerroten Stielen den Sprung über den Kanal und löste auch bei uns einen wahren Boom aus. Die neuere Bio-Züchtung „Feurio“ liefert besonders milde Stängel und aromatische Blätter; „Rainbow“ spielt mit allen Regenbogenfarben und macht auch im Hochbeet oder im Pflanzkasten auf der Terrasse Eindruck.

Wer zwischen April und Juli in mehreren Sätzen aussät, kann bis in den Spätherbst laufend ernten. Aber es gibt noch mehr Multitalente, mit denen man kaum etwas falsch machen kann. Schnelle Erfolge erzielt man mit Erbsen wie ,Zuccola', deren Hülsen schon sechs Wochen nach der Saat als zarte Zuckerschoten gepflückt werden. Stattdessen kann man die Hülsen auch weiterwachsen lassen und die hellgrünen, weichen Kerne wie Markerbsen auspalen.

Feuerbohnen haben nach der Saat eine längere Anlaufzeit

Feuerbohnen haben nach der Aussaat eine längere Anlaufzeit, dafür erobern die Schlinger auch höhere Rankgerüste und sorgen mit ihren wahlweise knallroten oder rosa-weißen Blüten und den großen, herzförmigen Blättern für dekorativen Sichtschutz. Als Zugabe liefern sie viele schmackhafte Hülsen, und nicht nur Kinder haben Spaß an den marienkäferartig gepunkteten, lila Bohnenkernen. Die Samen werden nach den „Eisheiligen“ also ab Mitte Mai, ungefähr drei Zentimeter tief in die Erde gesteckt; sobald die Pflanzen etwa handhoch gewachsen sind, sollte man sie etwas anhäufeln, dann ist die reiche Ernte schon fast garantiert.

Auch mediterrane Kräuter meistern ihre Doppelrolle mit Bravour. Lavendel hat sich als pflegeleichter und läuseabwehrender Rosenbegleiter bewährt. Ein robuster Ersatz für Lagen, die kein Provence-Klima zu bieten haben, ist die Ysop-Auslese ,Himmelblau' die von Juni bis September mit lichtblauen Blüten bezaubert - wunderschön für eine Dufthecke rund um das Kräuter- oder Staudenbeet! Ein regelmäßiger Rückschnitt, am besten kurz nach der Blüte, weitere Pflege ist nicht nötig.

Thymian, Oregano und Co.: Mehr Duft durch weniger Gießen

Das gilt gleichermaßen für Thymian, der umso üppiger blüht und duftet, je weniger man gießt und düngt. Auch Zwerg-Oregano (Origanum vulgare „Compactum“), eine niedrige Auslese des gewöhnlichen Küchen-Oreganos, hat sich als pflegeleichter Bodendecker bewährt und gedeiht vor allem im sonnigen Steingarten. Und obwohl beim Blüten- oder Blumen-Oregano (Oreganum laevigatum „Aromatico“) die Blütenfülle im Vordergrund steht, lassen sich die grazilen Stängel mit den violetten Blütenbüscheln nicht nur in Sommerblumensträußen nutzen - auch das Blattaroma ist bemerkenswert kräftig, ja beinahe südländisch. Tipp: am besten mindestens drei Sträucher in kleinen Gruppen in ein vollsonniges Beet mit kalkhaltiger Erde pflanzen, dann gibt es von Juli bis September Nachschub für die Vase und die Küche.

The Fairy oder Lovely Meidiland: Die wichtigsten Rosensorten

Rosen dürfen in keinem Garten fehlen, gerade bei den beliebten öfter blühenden Sorten kann das laufende Ausputzen von Verblühtem aber lästig werden. Wer dazu noch häufiges Jäten vermeiden will, für den sind sogenannte Bodendecker-Rosen ideal. Hier ein paar Vorschläge für alle, die verkehrsinsel-tauglichen Züchtungen wie „The Fairy“ ein wenig überdrüssig sind. „Lovely Meidiland“ blüht in leuchtendem Rosarot und gehört zu den wenigen Bodendecker-Rosen, die mit intensivem Duft aufwarten können. Die weißen Blüten von „Schneekönigin“ duften ebenfalls, wenn auch zurückhaltender und fruchtig, ein wenig wie grüne Äpfel. Das gilt auch für „Lipstick“ mit halbgefüllten, pinkfarbenen Blüten. Die 50 bis 70 Zentimeter hohen Sträucher eignen sich für kleine Beete an der Terrasse ebenso wie für größere Pflanzkübel auf dem Balkon und sind hoch widerstandsfähig gegen häufig auftretende Pilzkrankheiten wie Sternrußtau.

Nicht nur im Rosenbeet gilt: Grundsätzlich entwickelt sich weniger Unkraut, wenn man etwas dichter pflanzt, außerdem bleibt die im Boden gespeicherte Feuchtigkeit länger erhalten. Im Gemüsegarten geht dies allerdings auf Kosten des Ertrags. Damit das Gießen im Sommer nicht zur Daueraufgabe wird, empfiehlt sich eine dünne Mulchschicht aus angetrocknetem Rasenschnitt oder gehäckseltem Stroh.

Tipps für das Staudenbeet vom Experten

Im Staudenbeet wirkt das freilich ein wenig ungepflegt. Eine optisch verträglichere Decke aus Rindenmulch bietet keine Allround-Lösung, denn viele Arten vertragen die saure Wirkung nicht und kümmern. Auch Schnecken lassen sich davon immer weniger beeindrucken. Und wer kennt das nicht: Neu gepflanzter Rittersporn wird, ebenso wie die frisch austreibenden Dahlien in einer Nacht mit Stumpf und Stiel vernichtet, zurück bleiben ein paar verschleimte Stängelreste. Im Zorn greift dann auch so mancher Naturgärtner zu Schneckenkorn; völlig bedenkenlos können aber selbst umweltfreundliche Produkte nicht angewandt werden. Wählt man Arten und Sorten, die erfahrungsgemäß von den Biestern verschmäht werden, bleibt der Ärger aus, und man spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Schleierkraut, Fetthenne und Nachtkerze: die Dauerblüher

In erfreulich vielen Blütenfarben und Wuchsformen zu haben sind Dauerblüher wie Schleierkraut, Fetthenne, Nachtkerze und Storchschnabel; ebenso Stauden, die nach einem Rückschnitt nochmals Schwung für eine neue Blüte holen wie zum Beispiel Frauenmantel, Spornblume und Ehrenpreis.

Das Patagonische Eisenkraut ist mit seinen leuchtend violettblauen, dicht gefüllten Blütendolden eine echte Bereicherung für das Staudenbeet und perfekt für sonnige Plätze mit feuchter, eher lehmiger Erde, dazu absolut pflegeleicht - und hat die Garantie auf regen Schmetterlingsanflug.

Der Geheimtipp: die Sonnenblume „Lemon Queen“

Fast ein Geheimtipp für alle, die kein Glück mit einjährigen Sonnenblumen haben: Die Staudensonnenblume „Lemon Queen“ mit deren essbaren, zitronengelben Blütenblättern man Salate, Fruchtsorbets und andere süße Desserts hübsch ausgarnieren kann, hat sich selbst im letzten, vielerorts völlig verregneten Sommer gegen die Plagegeister verblüffend gut behauptet.

Ratgeber für den Garten – die Buchtipps

Erst informieren, dann ab ins Beet Wie man es sich im Garten leichter macht, beleuchten Ratgeber. Eine Auswahl:

  • Wolfgang Hensel: Pflegeleichter Garten: Clever gärtnern Schritt für Schritt. Gräfe und Unzer, 168 Seiten, 9.99 Euro.

  • Martina Bäumler, Tobias Gold: Der pflegeleichte Garten: Pflanzenauswahl - Gestaltung - Praxis. BLV Buchverlag, 160 Seiten, 14.99 Euro.

  • Karl Ploberger: Der neue Garten für intelligente Faule: Das etwas andere Gartenbuch. Cadmos Verlag, 192 Seiten, 19.10 Euro.

  • Simone Kern: Der neue Naturgarten: Von Chinaschilf bis Sonnenhut. 144 Seiten, Franckh Kosmos Verlag; 19.95 Euro.