Eiben können einem Garten eine noble, ehrwürdige Note verleihen. Die breite kegelförmige Krone steht beharrlich, dekorativ wirkt neben dem Nadelkleid auch die Borke, die in rötlichen bis grauen Schuppen abbricht. Die dichte, immergrüne, dunkel glänzende Benadelung sorgt auch im Winter für Sichtschutz, dadurch ergeben Eiben eine ausgezeichnete Grundstückseinfassung mit edler Anmutung. Die Hecke lässt sich durch strengen Schnitt schmal halten: Eine eineinhalb Meter hohe Hecke nimmt nur 50 Zentimeter in der Breite ein.

Eiben gehören zu unserer heimischen Flora, und doch trifft man sie in freier Natur selten an. Da die Zweige und Nadeln gerade für Pferde giftig sind, hatte man früher die Eiben entlang von Fahrwegen entfernt. Innerhalb der Wälder wuchsen Eiben immer nur im Schatten hoher Bäume. Zur heutigen Methode der Forstbewirtschaftung mit den schnellen Umtriebszeiten passen die langsam wachsenden Eiben nicht mehr so recht.

Die Eibe: In Parks und Gärten beliebt

Man findet das Gehölz kaum mehr im Wald, sondern bevorzugt in Parkanlagen und Gärten. Eiben wurden in der freien Natur auch deswegen eingeschlagen, weil man aus dem roten, schweren, elastischen Holz Bögen und Armbrüste hergestellt hatte. Nur an ganz wenigen Stellen in Europa findet man noch Eibenwälder, die durch ihren dichten Wuchs eine mystische Stimmung ausstrahlen. Zu den ältesten Naturgebieten in Deutschland zählt zum Beispiel der Paterzeller Eibenwald in Oberbayern mit seinen uralten, knorrigen Eiben.

Obwohl es sich um ein heimisches Gehölz handelt, leben im Geäst einer Eibe erstaunlich wenig Gliedertiere. Das heißt, dass hier Vögel und räuberische Insekten wenig Nahrung finden. Dafür aber bietet das dichte Geäst ideale Nistplätze, und entsprechend gern bauen Gartenvögel darin ihre Nester. Regelrecht belagert werden Eiben im Oktober und November, dann nämlich, wenn die Samen mit ihrem fleischigen rosaroten Samenmantel reif sind. Alle Pflanzenteile der Eibe sind giftig, nur nicht dieser fleischige Samenmantel. Darüber machen sich Singdrosseln und Amseln her. Weil sie den holzigen Samen unverdaut und begleitet von einer ordentlichen Düngerportion ausscheiden, gehen in den folgenden Jahren überall im Garten Eiben auf.

Aus dem Samenmantel lässt sich ein feines Kompott bereiten, vorausgesetzt, man macht sich die Mühe, dass man den giftigen Samen entfernt. Die farbigen Samenmäntel zeigen sich übrigens nicht an allen Eiben. Schließlich entstehen an dieser Baumart männliche und weibliche Blüten an getrennten Individuen. Nur weibliche Bäume sind in der Lage, Samen auszubilden. Sie müssen dafür von Pollen eines männlichen Baumes bestäubt werden, der  in einem Kilometer Abstand stehen kann. Der Wind bringt den Pollen zur Blütezeit im April ans Ziel, klebrige Tröpfchen auf den weiblichen Blüten fangen geeignete Pollenkörner auf.

Eibenhecke pflanzen: So geht’s richtig

An den Standort stellen Eiben keine besonderen Ansprüche. Sie wachsen bevorzugt im Halbschatten oder Schatten, doch sie entwickeln sich ebenso an einem besonnten Platz. Der Boden ist im Idealfall etwas lehmig und kalkhaltig, er kann austrocknen, obwohl das Gehölz in gut aufbereiteter, frischer Erde besser wachsen wird. Die Pflanze zeigt eine starke Abhängigkeit zur Ausrichtung nach der Himmelsrichtung. Will man eine junge Pflanze umsetzen, die als Sämling an beliebiger Stelle aufgegangen ist, sollte man die Ausrichtung nach Norden oder Süden markieren. Genauso wie zuvor muss die umgepflanzte Eibe wieder an ihrem neuen Standort zur Sonne stehen, sonst wächst sie vielleicht nicht an. Einen Schnitt vertragen Eiben sehr gut. Selbst dicke Äste darf man anschneiden, sie werden, wenn auch verzögert, wieder austreiben. Daher eigenen sich Eiben so gut für einen Formschnitt, und man kann sie als streng geschnittene Hecke erziehen.

Eiben pflanzt man am besten im Frühjahr. Will man eine Hecke pflanzen, hebt man einen Pflanzgraben von etwa 40 cm Breite aus und setzt je nach Größe drei bis fünf Eibenpflanzen pro laufenden Meter ein. Sie werden genauso tief gepflanzt, wie sie zuvor standen. Eine jährliche Kompostgabe genügt als Düngung. Dafür streut man pro Quadratmeter gut einen Liter reifen Kompost auf die Erdoberfläche. Die Kompostgaben verhindern, dass der pH-Wert des Bodens mit der Zeit absinkt.

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Ein Baum für die Ewigkeit


Mit ihren weichen, dunkelgrünen Nadeln, die zweizeilig am Zweig stehen, eignen sich Eibenzweige hervorragend für weihnachtliche Dekorationen. Die Giftigkeit spielt dafür keine Rolle. Die Eibe hat seit Urzeiten Symbolkraft. Sie galt als Zauberabwehr − kreuzweise gelegte Eibenzweige sollten vor Ungeistern und stehlenden Zwergen schützen. Bei den Germanen galt die Eibe als Symbol der Ewigkeit. Damit hängt es wohl zusammen, dass auf Friedhöfen Eiben als Zeichen des ewigen Lebens gepflanzt werden.