Knackiger Blattsalat, saftiger Gurkensalat oder fruchtige Tomaten – die Vielfalt an Salaten für die Küche ist riesig. Frische Salatkräuter steuern das gewisse Etwas bei. Jenseits der Standards Schnittlauch und Petersilie wartet ein ganzes Repertoire würziger Pflänzchen darauf, den Salat zu veredeln.

Schon in den nächsten Wochen können einige der kälteunempfindlichen Kräuterpflanzen im Freiland oder Frühbeet ausgesät werden. Dazu zählt beispielsweise der einjährige Winterportulak, auch als Tellerkraut oder Postelein bekannt. Seine rundlichen Blätter sitzen auf langen Stielen, die ebenfalls mitgegessen werden. Das Kraut bringt eine erfrischend säuerliche Note ins Spiel und passt sehr gut zu allen winterlichen Salaten, die um diese Jahreszeit noch Saison haben. Außerdem enthält Winterportulak reichlich Vitamin C. Die Pflanzen können mehrmals beerntet werden, bevor sie im Frühsommer zum Blühen kommen.

Seine typische Geschmacksnote trägt der Sauerampfer schon im Namen. Eigentlich kennt man die Wildpflanze von nährstoffreichen Wiesen. Seit einigen Jahren zählen aber spezielle großblättrige Sorten zum Gartensortiment. Besonders dekorativ wirkt der säurearme Blutampfer mit roten Blattadern, der im Geschmack etwas milder ist. Sauerampfer kann im März/April direkt ins Freiland gesät werden. Die mehrjährigen Pflanzen liefern etwa vier Jahre lang frisches Grün, bevor sie neu ausgesät werden sollten. Wegen seines Gehalts an Oxalsäure wird Sauerampfer eher sparsam als Salatwürze verwendet.

Beliebt unter den Kräutern: Schnittlauch ist leicht anzubauen

Zu den zwiebeligen Geschmacksträgern gehört der allseits beliebte Schnittlauch. In seinen dunkelgrünen Halmen stecken reichlich Lauchöle, die für den pikanten Geschmack sorgen und nebenbei die Gesundheit fördern. Das mehrjährige Zwiebelgewächs mag am liebsten einen sonnigen bis halbschattigen Platz und nahrhaften, feuchten Gartenboden, gerne mit etwas Kalk. Zum Ernten werden die Halme bodennah abgeschnitten. Damit sich der Schnittlauchstock nicht erschöpft, sollte gut die Hälfte an Halmen immer stehenbleiben.

Von ähnlichem Wuchs, aber mit mehr Knoblaucharoma ausgestattet, empfiehlt sich der Schnittknoblauch als pikantes Würzkraut. Seine abgeflachten Blätter passen zum Beispiel prima in Kartoffelsalat. Da ausgesäter Schnittknoblauch anfangs nur zögerlich wächst, wird er am besten ab März auf der Fensterbank vorkultiviert und später büschelweise ins Beet versetzt.

Wer Gurke mag, sollte Borretsch und Pimpinelle pflanzen

Gurkenähnlich frisch schmeckt der Borretsch, treffend auch Gurkenkraut genannt. Seine borstig behaarten Blätter geben sich auf der Zunge etwas kratzig, deshalb sollten sie sehr fein geschnitten werden. Borretsch wird einjährig kultiviert, versamt sich aber überaus reichlich, so dass der Borretsch-Nachwuchs manchmal zur Plage wird. Überzählige Pflanzen lassen sich aber leicht ausreißen, und die großen Blätter können gut als Mulch für Gemüsepflanzen verwendet werden.

Gurkenähnlich frisch schmeckt der Borretsch (Gurkenkraut). Seine Blüten sind obendrein ein Augenschmaus.
Gurkenähnlich frisch schmeckt der Borretsch (Gurkenkraut). Seine Blüten sind obendrein ein Augenschmaus.
© Foto: Helga Schneller

Ebenfalls an Gurke erinnert das Aroma der Pimpinelle. Ihre fein gezackten Blätter sitzen an langen Wedeln, was der Pflanze eine ausgesprochen hübsche Optik verleiht. Die auch als Kleiner Wiesenknopf oder Bibernell bezeichnete Wildpflanze ist als Salatgewürz wenig bekannt, lohnt aber eine Entdeckung. Ihre ausdauernden Horste bleiben nahezu das ganze Jahr über grün und liefern frische Würze für alle Jahreszeiten.

Typisch im Frühling: Dill, Fenchel, Kerbel

Salatkräuter aus der Doldenblütler-Familie steuern ein meist süßliches und mildes Aroma bei. Dazu zählen der Dill mit seinen feinen Fiederblättern, ebenso wie Gewürzfenchel und Kerbel, ein typisches Frühjahrskraut. Seine glatten, weichen Blätter würzen mit einem leicht anisartigen Aroma nicht nur Salate, sondern auch Eierspeisen. Ab Ende März kann der einjährige Kerbel an einem halbschattigen Platz direkt ins Beet gesät werden. Der Dill ist als klassisches Würzkraut für Gurkensalat bekannt, passt aber auch hervorragend in grüne Salate. Dill verträgt ein Umpflanzen schlecht und sollte daher ab April an Ort und Stelle in sonniger Lage ausgesät werden. Lässt man ein paar Pflanzen ihre hübsche, gelbgrüne Blüte entwickeln, versamt sich Dill von alleine.

Hamburg

Die Zitronenmelisse ist zwar eher als Teekraut bekannt, sie macht sich allerdings auch hervorragend in der Salatschüssel. Mit ein paar klein geschnittenen Melisseblättern bekommt ein Blattsalat sofort mehr Pep, auch Tomatensalat profitiert von der zitronigen Note. Zitronenmelisse wächst als ausdauerndes Kraut völlig anspruchslos an jedem sonnigen oder halbschattigen Platz. Das intensivste Aroma haben ihre Blätter vor der Blütezeit. Melisse verträgt einen beherzten Rückschnitt problemlos und treibt immer wieder neue Blätter nach.

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Blümchendeko zum Aufessen


Mit essbaren Blüten werden Salate und andere Gerichte zum absoluten Hingucker. Auf den Teller wandern dürfen Kräuterblüten wie Borretsch und Schnittlauch, Kapuzinerkresse, Oregano und Salbei. Auch viele Gartenblumen sind essbar, zum Beispiel Hornveilchen, Ringelblumen, Rosen, Gewürztagetes, Dahlien, Taglilien, Lavendel und Sonnenblumen. Die Blüten (alle ungespritzt) vor dem Verzehr kopfüber ausschütteln, möglichst nicht waschen.