Delikatesse Essbare Blüten selber züchten

Das Hornveilchen schmeckt nur, wenn sein grüner Blütenboden mitgeerntet wird.
Das Hornveilchen schmeckt nur, wenn sein grüner Blütenboden mitgeerntet wird. © Foto: dpa
Ulm / dpa 12.08.2017
Viele sehen nicht nur schön aus, sie schmecken auch gut: Essblüten lassen sich im eigenen Garten anbauen.

Zwiebelblüten in die Kräuterbutter gemischt, die Knospen von Taglilien in der Pfanne sautiert und Begonien zum Salat gereicht: Was nach Haute cuisine klingt, steht auch bei vielen Gartenfreunden auf dem Speiseplan. Essbare Blüten kommen frisch aus dem Garten, und der Fantasie für Rezepte sind keine Grenzen gesetzt. Angebaut wird dafür nicht die hübscheste Blüte, wie das bei den Zierpflanzen üblich ist, sondern es geht um den Geschmack. „Dabei spielt es häufig eine wichtige Rolle, ob man nur die Blütenblätter verwendet oder die Blüten mit dem Blütenboden erntet“, erklärt André Segler, Gärtner aus Langenberg bei Gütersloh. Dort befinden sich der Nektar und Aromastoffe.

Raffiniertes Aroma

So hat beispielsweise das Hornveilchen nur mit diesem grünen Blütenboden Geschmack. „Bei anderen Pflanzen kann aber genau der grüne Teil bitter schmecken“, sagt Segler. Er empfiehlt vor allem Kräuterblüten. „Bei Kräutern wie dem Pfirsichsalbei, dem Aztekischen Süßkraut und der Limonadenpflanze ist das raffinierte Kräuteraroma auch in den Blüten vorhanden“, erklärt der Gärtner. Neben Klassikern wie Kapuzinerkresse und Ringelblume rät Peter Botz, Geschäftsführer des Verbandes deutscher Gartencenter, zum Anbau von Begonien, Dahlien und Duftgeranien. „Letztere haben ein zitroniges Aroma.“  Aber Achtung: Manche Pflanzen sind giftig, etwa Christrosen, Fingerhut sowie Oleander und Maiglöckchen. Also: erst informieren, dann essen.