Ulm / Von Anna Birk

Kein Element ist belebender als Wasser und kein anderes im Garten so beliebt. Sei es als Quellstein, Wasserkaskade, Fontäne oder Sprudler, die sich einfach und selbst auf kleinsten Grundstücken installieren lassen. Ein Gartenteich braucht schon etwas mehr Platz. Erst recht, wenn man darin auch noch schwimmen will.

Nun kann ein Schwimmteich eigentlich nie groß genug sein, doch sollte er mindestens 60 Quadratmeter umfassen. Auch seine Lage ist wichtig. Den ganzen Tag in der prallen Sonne erwärmt sich das Gewässer zu schnell, was zu verstärkter Algenbildung führt.  Besser und schöner liegt er nahe am Haus, mittags im Schatten und mit der Terrasse als Sonnendeck. Auch Bäume sollten keine in der Nähe stehen. Vor allem ihr Herbstlaub würde den Teich verunreinigen. Ist er aber richtig angelegt, erfrischt er nicht nur in den Sommermonaten, sondern begeistert seine Besitzer das ganz Jahr.

Abgedichtet wird der Schwimmteich mit einer grünen, seltener mit einer anthrazitfarbenen FBO-Folie. Die 1,3 Millimeter starke Spezialfolie ist hitze- und kältebeständig und resistent gegen UV-Strahlen. „Sie hält gut 20 Jahre“, weiß die Gartenarchitektin Melanie Maute-Böhm aus Albstadt-Lautlingen.

Zwei Zonen

Klassischerweise besteht der Schwimmteich aus einer chlorfreien Schwimmzone und dem bepflanzten Wasseraufbereitungsbereich, der so genannten Regenerationszone. Die beiden Zonen sind knapp unter der Wasseroberfläche durch eine Wand oder einen Wall voneinander getrennt. Die Trennung verhindert, dass Pflanzen in das Schwimmbecken hineinwachsen und Schwebestoffe in der Klärzone beim Badebetrieb aufgewirbelt werden. Auch die Selbstreinigung des Wassers funktioniert denkbar einfach: Die im grobkörnigen Substrat des flachen Uferbereichs von Mikroorganismen zersetzten Stoffe geben Nährstoffe frei, die wiederum von den Pflanzen aufgenommen werden. Der Nährstoffkreislauf bleibt aber nur intakt, wenn mindestens die Hälfte, besser zwei Drittel der Gesamtwasserfläche, bepflanzt sind. „Bei entsprechender Filtertechnik reicht auch weniger“, sagt Maute-Böhm.

Doch in allen Fällen sind Wasserpflanzen wichtig für die Wasserqualität. Sie entnehmen dem Badewasser Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor und sehen dabei auch noch prächtig aus. Blauviolette Schwertlilie, sattgelbe Sumpfdotterblume, Herzblättriges Hechtkraut und Kleiner Rohrkolben etwa wachsen dicht am Ufer. Im seichten Wasser gedeihen Seebimse, Wasserminze und Blumenbinse. Die tiefe Pflanzzone bevorzugen Wasserknöterich, Seekanne und Seerosen (Nymphaea-Arten). Unterwasserpflanzen schließlich brauchen eine Wassertiefe von zwei Metern.

Alle Wasserpflanzen kann man von April bis in den Herbst hinein pflanzen. Vier Pflanzen pro Quadratmeter Regenerationsfläche reichen aus, wobei man 30 Prozent Unterwasserpflanzen und 70 Prozent Sumpfpflanzen rechnet. Seerosen setzt man nach Belieben, aber nicht zu viele. Kaum ist der Teich bepflanzt, siedeln sich bereits nach kurzer Zeit zahllose Insekten wie Wasserläufer und Libellen an. Frösche, Kröten und Molche lassen auch nicht lange auf sich warten. Da Frösche aber bereits im Frühjahr laichen, haben sie bis zum  Badebetrieb den Teich längst verlassen. Auch Steckmücken stören nicht, da sich zahlreiche Kleinlebewesen um die Larven kümmern. Fische und Sumpfschildkröten dagegen gehören nicht ins Badebiotop.

Nicht immer ist es möglich oder gewollt, die Regenerationszone direkt in den Teich zu integrieren. So legt man sie einfach in einem separaten Becken an. In Hanglagen kann das aus topografischen Gründen sogar notwendig sein und macht die Unterstützung von Pumpen und Filtern unumgänglich. Wegen des Gefälles muss das Wasser aus dem Badebecken gepumpt und nach der biologischen Reinigung wieder dahin zurückgeführt werden. Ähnlich diesem Prinzip und mithilfe von Spezialfiltern, aber ohne Wasserpflanzen, erfolgt übrigens die vollbiologische Wasseraufbereitung der heute angesagten Biopools.

Obwohl der Bau eines Schwimmteichs auf den ersten Blick zunächst simpel klingt, ist er doch vergleichsweise komplex. Zwar können viele Arbeiten theoretisch von Laien ausgeführt werden. Die schwierige Berechnung des Folienbedarfs aber, das hohe Gewicht der Folie, ihre Empfindlichkeit gegenüber Verletzungen und schließlich die Notwendigkeit, die Folie möglichst faltenlos zu verlegen oder zu verschweißen, sprechen dafür, ein Fachunternehmen mit diesen Arbeiten zu beauftragen. Es wäre fatal, das Geld für die Teichfolie in den sprichwörtlichen Sand zu setzen. Auch die technischen Installationen erfordern ein spezielles Knowhow. Kein Wunder haben Folie und Technik ihren Preis. „Sie kosten zwischen 20 000 und 25 000 Euro“, erklärt  Melanie Maute-Böhm. Weitere Ausgaben lassen sich sparen, wenn man den Erdaushub oder das Einsetzen der Teichpflanzen selbst übernimmt. Wer keinen Baggerfahrer kennt, keine Zeit hat oder sich um gar nichts kümmern will, übergibt den Auftrag an eine Fachfirma seines Vertrauens.

„Je nach Ausstattung zahlt man für den Quadratmeter mit allem Drum und Dran, schön bepflanzt, zwischen 1000 bis 2000 Euro“, so Maute-Böhm. Bereits nach sechs bis zehn Wochen können Schwimmer dann ihre Bahnen ziehen. Wer Kinder hat, sollte selbstverständlich von Anfang an einen Sicherheitsschutz für die Kleinen anbringen.

Ein bisschen Pflege ist nötig

Gartenbesitzer, die viel Fläche für eine große Regenerationszone haben, kommen bei der Teichpflege im Idealfall ganz ohne Technik aus. Zeitweise leichte Eintrübungen des Wassers sind normal, meist ist es jedoch klar. Um eine minimale Pflege kommt man natürlich aber trotzdem nicht herum. Sonst reichern sich mit der Zeit zu viele Nährstoffe und damit letztendlich Algen im Wasser an. Ein Skimmer, der oberflächlichen Schmutz wie Laub oder Blütenstaub abzieht, ist daher absolut sinnvoll.

Auch müssen die Wasserpflanzen gelegentlich zurückgeschnitten werden. Einmal  im Jahr den Schlamm abzusaugen, der sich am Teichgrund abgesetzt hat, genügt in der Regel. Vor jedem Badegang gründlich zu duschen versteht sich von selbst.