Was ist Ihre Lieblingsblume? Auf die Frage bekommt man ganz viele, natürlich unterschiedliche Antworten. Dabei kann es die eine Lieblingsblume gar nicht geben, duften, blühen und erfreuen uns doch so viele Blumen übers Jahr immer wieder aufs Neue.

Im Januar sind es die Winterlinge und Schneeglöckchen, die uns den ersten, lang ersehnten Frühlingsgruß senden. Und bald lassen uns die Narzissen und Tulpen den Winter ganz vergessen. Und was wäre ein Frühling ohne Veilchen, Iris, Vergissmeinnicht und Akelei? Und ein Sommer ohne Rosen? Die Königin der Blumen sollte eigentlich auch in keinem Garten fehlen: ob nun am Spalier, als Hecke oder als bodendeckender Dauerblüher.

Doch da wir denken, jeder Gartenbesitzer hat ohnehin schon seine Lieblingsrose wirkungsvoll gepflanzt, widmen wir uns auf dieser Seite ein paar anderen Lieblingsblumen; jede hat ihren eigenen Zauber: Ein schattiges Plätzchen etwa ist wie gemacht für die duftenden Maiglöckchen und das Tränende Herz.

Duftende Glöckchen

Der Duft von Maiglöckchen (Convallaria majalis) ist unvergleichlich. Und betörend. Und weckt meist noch Erinnerungen: an den Garten aus der Kindheit, in dem wir die zarten Blumen zum ersten Mal entdeckt haben. Solche Duft-Assoziationen beeinflussen übrigens ein Leben lang, für welche Pflanzen wir uns entscheiden.

In dieser Hinsicht macht es uns das Maiglöckchen leicht: Mit der anmutigen, pflegeleichten und ausdauernd blühenden Pflanze verbinden sich viele schöne Erinnerungen. Zumal sie dort wächst, wo andere sich schwertun: im Schatten von Bäumen und Sträuchern. Daher eignet sich die kleine Staude auch gut zur Unterpflanzung von Hecken, wenn man ihr etwas Platz einräumt. Für beengte Verhältnisse ist allerdings eine Rhizomsperre (Plastikbegrenzung im Boden) zu empfehlen, da sie sich im Lauf der Zeit gern üppig ausbreitet.

Dankbare Balkonpflanzen



Kaum eine andere Balkonblume blüht so ausdauernd wie die Pelargonie, die es dazu nicht einmal übel nimmt, wenn sie beim Gießen mal vergessen wird. Obwohl sie dank ihrer Blütenpracht nun wirklich nicht zu übersehen ist.

Die nicht winterharten Pelargonien (Pelargonium), hierzulande fälschlicherweise als Geranien bekannt, gehören zur Pflanzenfamilie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae). Im Keller oder Wintergarten (höchstens 15 Grad) können die aus Südafrika stammenden Sträucher überwintert werden; wenn es klappt, werden sie auch bei uns sehr alt und können gut einen Meter hoch werden. Dieser Tage sollten die Überwinterer zurückgeschnitten und in frische, durchlässige Erde getopft werden. Regelmäßig gedüngt, blühen sie von Mai bis zum Herbst aufs Üppigste.

Sommerlicher Farbenrausch



Der einjährige Mohn (Papaver) begeistert mit traumhafter Farbenpracht und verschwenderischer Blütenfülle. Neben dem knallroten wilden Klatschmohn am Wegesrand gibt es viele Sorten für den Garten.

Einen sonnigen Platz und durchschnittlichen Gartenboden - mehr braucht der Mohn nicht, um, je nach Sorte, von Juni bis September seine seidenartigen Blüten zu entfalten.

Ausgesät wird er im April und Mai direkt ins Beet. Versetzen sollte man die Pflanze mit der tiefen Pfahlwurzel nicht. Besonders auffällig ist der kalifornische Goldmohn (Eschscholzia californica), der in strahlendem Gelb und Orange auch hierzulande immer mehr Beete erobert.

Elfengleicher Blütenzauber



Sattblau und reinweiß wie der Frühlingshimmel bezaubern die zarten Blüten der Glockenblumen (Campanula). Dank ihrer unglaublichen Arten- und Sortenfülle sind sie die richtige Wahl für alle Gartenfälle. In freier Natur wachsen die hübschen Blumen noch häufig in Wiesen und Wäldern, im Gebirge und am Wegesrand.

Ob polsterbildend, bodendeckend oder aufrecht wachsend, im Garten sollte sich für Glockenblumen immer ein Plätzchen finden. Die meisten Arten sind ausdauernde Stauden, die von Juni bis August blühen. Sie bevorzugen - je nach Art - einen sonnigen oder halbschattigen Platz und stellen an die Pflege keine besonderen Ansprüche. Ein weiteres Plus: Sie halten lange in der Vase.

Heilsame Schönheit



Ringelblumen (Calendula officinalis) muss man einfach lieben. Kaum eine Gartenblume versprüht so viel sommerlichen Charme bei einem völlig unkomplizierten Wesen. Die einjährige Sommerblume fehlte früher in keinem Bauerngarten, da sie praktisch von allein wächst, eine heilsame Teepflanze ist und oft bis in den November Farbe ins Beet zaubert.

Ihre Blüten strahlen in sattem Orange, in Gold- und Hellgelb. Saatgutmischungen wie die "Prachtmischung" garantieren alle Farben samt gefüllter Blüten. Am liebsten wachsen Ringelblumen in nährstoffreichem Boden in voller Sonne, sie gedeihen aber auch im Halbschatten.

Blühende Herzen



Früher wuchs die ausdauernde Staude aus China in fast jedem Garten, dann war sie viele Jahre lang nur noch rar gesät. Doch inzwischen erobert das Tränende Herz (Lamprocapnos spectabilis) auch wieder moderne Gärten, denn es wächst da, wo viele blühende Stauden keine Chance haben: im Schatten. Damit empfiehlt es sich etwa für den Platz neben der Eingangstür, denn windgeschützt übersteht die Herzblume oder das Marienherz, wie es auch genannt wird, auch raue Winternächte. Vor allem in den ersten Jahren sollte die Staude, die zu den Mohngewächsen gehört, im Winter abgedeckt werden.

Ältere Pflanzen, die bis zu einem Meter hoch wachsen können, brauchen dann kaum noch Pflege. Stets feuchte Erde und eine kleine Kompostgabe im Frühling und Herbst genügen, damit sie jedes Jahr aufs Neue von Mai bis Juni an bogenförmigen Stielen hunderte kleine Blüten in Form von Herzen zum Blühen bringt.