Kaiserin Joséphine liebte sie, genauso wie der französische Adel des 18. Jahrhunderts: opulent blühende und verführerisch duftende Rosensträucher. Allein im Park ihres Schlosses Malmaison westlich von Paris ließ die Frau Napoleons über 200 Rosensorten kultivieren. Die Faszination der Rosen von damals lässt sich auch heute noch erleben. Mit den so genannten „Alten Rosen“, besser bekannt als „Historische Rosen“. So werden Sorten genannt, die bereits vor dem Jahr 1867 entstanden. Sie hegen ähnliche Ansprüche an Standort und Pflege wie moderne Rosen. Ihre Optik aber hebt sich deutlich von den gängigen Edel- und Beetrosen ab. Ihr Wuchs ist oft strauchartig ausladend, mit mattgrünem Blattwerk.

Die meisten alten Rosensorten blühen nur einmal im Jahr. Das aber im vollen Ornat! Zweige, die sich unter ihrer blühenden Last zum Boden neigen, dicht gerüschte Blütenschalen und ein betörender Duft lassen die Herzen aller Gartenromantiker höher schlagen.

Historische Rosen - welche Arten gibt es?

Gallica-, Damaszener-, Alba-, Zentifolia- und Bourbon-Rosen zählen unter anderem zu den Historischen Rosen. Gallica-Rosen, wie beispielsweise Essigrose und Apothekerrose, bleiben mit einer Wuchshöhe von etwa 1,5 Metern kompakt und tragen wenig Stacheln. Ihre Blüten sind oft wildrosenhaft ungefüllt und leuchten in eher kräftigen Tönen, von rosa über karmin- bis dunkelrot, purpur und violett. Der reiche Hagebuttenansatz macht die Sträucher auch im Herbst attraktiv.

Die bis zu zwei Meter hoch wachsenden Damaszener-Rosen sind vor allem für ihre stark duftenden, dicht gefüllten Blüten bekannt. Wie kostbares Porzellan schimmern ihre Blütenschalen in Reinweiß, kräftigem Purpur oder auch in zweifarbigen Varianten. Zu den beliebten Sorten zählen zum Beispiel die reinweiße „Mme. Hardy“ oder die überreich rosa blühende „Ispahan“.

Manche Rosen brauchen viel Platz

Eine ausreichend große Gartenbühne für ihren Soloauftritt verlangen Alba- und Zentifolia-Rosen mit Wuchshöhen von gut zwei Metern und einem ausladenden Habitus. Zentifolien, zu denen auch die stark behaarten Moosrosen zählen, gelten als die Bauernrosen früherer Zeiten.

In schönstem Babyrosa bezaubert beispielsweise die stark duftende „Fantin Latour“, während sich „Robert de Diable“ in geheimnisvolles Purpurviolett und die Moosrose „Mme. Moreau“ in ein pink gestreiftes Kleid gewandet. Zarte Pastellfarben sind die Spezialität der Alba-Rosen, unter denen sich viele elegant weiß blühende Sorten finden. In hinreißendem Blassrosa erscheinen die anfangs kugeligen, im Aufblühen dicht gerüschten Blüten von „Maiden‘s Blush“, übersetzt das „Erröten der Jungfrau“. Dazu gesellt sich ein köstliches Rosenparfüm, das den gesamten Strauch umweht und den Schnupperer für eine kurze Weile in andere Welten entführt.

Intensiv genießen sollte man die Blüte der Historischen Rosen im Juni und Juli allemal, denn danach ist der große Auftritt für den Rest des Jahres vorüber. Einige wenige Sorten erfreuen aber auch mit einer Nachblüte im Herbst, beispielsweise „Jacques Cartier“ oder „Rose de Resht“.

Der perfekte Standort im Garten für alte Rosen

Wie andere Rosen bevorzugen die Historischen Sorten einen sonnigen, luftigen Standort, an dem ihre Blätter rasch abtrocknen können. Der Boden sollte tiefgründig, durchlässig, humos und nährstoffreich sein. Um die nostalgischen Rosen entsprechend wirken zu lassen, sollten sie nicht unmittelbar mit modernen Edelrosen kombiniert werden. Lieber lassen sie sich von Kavalieren aus dem Staudensortiment begleiten, die ihre Schönheit dezent hervorheben. Fingerhut, Akelei, Frauenmantel, Glockenblumen und Storchschnabel etwa blühen zur selben Zeit und drängen sich nicht in den Vordergrund.

Ein jährlicher Schnitt ist bei eingewachsenen Rosen nicht unbedingt nötig, nur blühfaule und vergreiste Triebe werden bodennah entfernt. An den jungen Trieben legen die Rosen ihre Blüten für die nächste Saison an. Ein sommerlicher Rückschnitt nach der Blüte kommt in Frage, wenn der Strauch aus der Form geraten oder zu groß geworden ist. Obwohl die alten Sorten als gesund gelten, sind sie vor den typischen Rosenproblemen wie Sternrußtau, Mehltau, Rosenrost oder Blattläusen nicht immer gefeit. Ein optimaler Standort kann hier vorbeugen, ansonsten sollten bei Bedarf nur nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen.

Woher bekommt man historische Rosen?

Zum Standardsortiment von Baumschulen und Gärtnereien zählen die Historischen Rosen nicht unbedingt. Erhältlich sind sie bei Rosenschulen, die auch versenden oder auf örtlichen Rosenmärkten. Und wenn es noch ein passendes Reiseziel sein darf – Kaiserin Joséphines Rosengarten in Malmaison wurde vor einigen Jahren restauriert und kann samt Schloss besichtigt werden. Wo ließe sich schöner auf den rosigen Pfaden des alten Adels wandeln?

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Rosen richtig pflanzen


Containerrosen können die ganze Saison über gepflanzt werden. Das Pflanzloch sollte die doppelte Größe des Ballens haben. Magere Böden werden mit etwas Kompost, schwere Böden mit Sand verbessert. Den Topf vor der Pflanzung unter Wasser tauchen, bis keine Blasen mehr aufsteigen. Die Rose so tief setzen, dass die Veredelungsstelle etwa fünf Zentimeter unter dem Boden liegt. Pflanzloch mit dem Aushub auffüllen, Erde leicht festdrücken und Rose gut wässern.