American Football Haller Unicorns schlagen Kirchdorf deutlich

Schwäbisch Hall / Viktor Taschner 10.09.2018
Die Schwäbisch Hall Unicorns gewinnen saisonübergreifend zum 31. Mal in Folge. Das ungefährdete 40:0 gegen die Kirchdorf Wildcats ist ein lockerer Aufgalopp für die Playoffs.

Kurze Finte nach links, kurze Richtungsänderung nach rechts und dann mit Vollgas durch die Mitte. Obwohl Chuka Okpalobi zum ersten Mal das Unicorns-Trikot trägt, fügt sich der amerikanische Runningback nahtlos ein. Spätestens nach seinem ersten Touchdown für sein neues Team ist der Mann, den alle nur „CJ“ nennen, in Hall angekommen. Anfang des zweiten Viertels markiert Okpalobi den zweiten Haller Touchdown gegen Kirchdorf. 13:0 steht es da in einer einseitigen Begegnung.

Agiler Neuzugang

Schon davor und auch danach deutet der neue Ballträger aus den USA sein Potenzial an. „Wir haben genau das bekommen, was wir gesucht haben“, sagt Unicorns-Head Coach Jordan Neuman. „CJ hat eine gute Beinarbeit. Sein Stil definiert sich nicht über die Kraft. Er ist vielmehr sehr beweglich und er sieht die Lücken. Die müssen dann auch nicht so groß sein, weil er mit seiner Beweglichkeit doch durchkommt“, erklärt der Haller Trainer. Am Ende stehen für den Neuzugang 71 Yards Raumgewinn und mehr als acht Yards pro Lauf auf dem Konto. „Das ist ein außergewöhnlicher Wert“, freut sich Neuman.

Dass es nur 71 Yards bleiben, liegt daran, dass die Unicorns bereits zur Pause den Sieg in der Tasche haben und in der zweiten Halbzeit die Ersatzspieler bringen. 37:0 führt Hall nach zwei Vierteln gegen die in dieser Konstellation überforderte Gäste. Die Kirchdorfer spielen mit Runningback Alex Braunsperger als Quarterback. Der nur 1,71 Meter große Braunsperger ist zwar flink auf den Füßen, aber verfügt nicht über die Übersicht eines erfahrenen Quarterbacks. Halls Raheem Wilson fängt in der ersten Halbzeit einen Pass ab, Christian Köppe trägt die Interception sogar zurück zum Touchdown in die gegnerische Endzone (34:0). Den Kirchdorfern gelingt kaum Raumgewinn, praktisch jeder Drive endet mit einem Punt oder einem zu kurzen vierten Versuch. Die Haller Defense muss dabei nicht an ihre Grenzen gehen, hat aber trotzdem alles im Griff.

Die Haller Offense bewegt den Ball in den ersten beiden Vierteln mit vielen Varianten. Hier mal ein Lauf, dort ein kurzer Pass, und auch mal der lange Pass wird ausgepackt. Jedoch gelingt nicht alles an diesem Tag. Im ersten Drive kassiert Hall kurz vor der Endzone eine Strafe. Zwei Minuten vor dem Ende des ersten Viertels verliert Runningback Danny Washington wenige Zentimeter vor der Goalline den Ball, sodass die Kirchdorfer das Spielgerät in der eigenen Endzone zurückerobern können. Trotzdem deutet auch der Haller Angriff an diesem Tag an, zu was er in der Lage ist, wenngleich der Gegner kein Maßstab für die Playoffs sein kann.

Schon mit Beginn des dritten Abschnitts lässt Neuman alle Spieler aus der ersten Garde draußen. Zusammen mit den angeschlagenen Akteuren, die von Anfang an geschont werden, feuern sie die Back-ups an. Da ein Fluchtlichtmast im Optima-Sportpark am Mittwoch beim Fußballspiel der Sportfreunde Schwäbisch Hall leicht in Brand geraten ist, spielen die Unicorns und die Wildcats in der zweiten Halbzeit jeweils nur zweimal neun Minuten statt zweimal zwölf. So kann die Partie noch vor Einbruch der Dunkelheit beendet werden. Den Gästen aus Bayern dürfte das gelegen kommen, denn auch gegen die zweite Reihe der Unicorns geht bei ihnen nicht viel zusammen. Ihre einzige Chance auf einen Punkt vergeben sie im dritten Quarter, als ein Fieldgoalversuch aus guter Position links an den Torstangen vorbeisegelt.

Den Höhepunkt in Hälfte zwei aus Haller Sicht setzt Kicker Tim Stadelmayr. Für den Mann mit der Nummer 93 beginnt der Tag schlecht. Zwei seiner ersten drei Kicks werden geblockt. Sein Extrapunkt nach dem ersten Touchdown von Ari Adegbesan missglückt eigentlich, fliegt aber ganz knapp doch noch über die untere Stange. Nach diesen drei Kicks steigert sich Stadelmayr aber. Im letzten Viertel steht er vor seiner schwierigsten Aufgabe. Ganze 52 Yards muss er überbrücken, um das Fieldgoal zu schießen. Mit einem strammen und geraden Schuss schafft Stadelmayr das sogar souverän. Damit stellt er den diesjährigen Ligarekord von Philipp Andersen (Berlin Rebels) ein. Man muss bis in das Jahr 2012 zurückblättern, um einen weiteren, erfolgreichen Fieldgoalversuch in der GFL (57 Yards) zu finden. „Wenn Tim unter Druck steht, dann bringt er die seine besten Leistungen“, fasst Jordan Neuman zusammen.

So spielten sie

Schwäbisch Hall Unicorns – Kirchdorf Wildcats

40:0

Punkte für Hall: Aurieus Adegbesan (6), Tim Stadelmayr (10), Chuka Okpalobi (6), Nathaniel Robitaille (6), Joshua Haas (6), Christian Köppe (6)

Viertel: 7:0 / 30:0 / 0:0 / 3:0 / Final: 40:0

Alle Punkte: 7:0 – Aurieus Adegbesan – 12-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (Point after Touchdown, PAT, Tim Stadelmayr)
13:0 – Chuka Okpalobi – 11-Yard-Lauf (PAT blocked)
20:0 – Nathaniel Robitaille – 28-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
27:0 – Joshua Haas – 4-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Stadelmayr)
34:0 – Christian Köppe – 34-Yard-Interception-Return (PAT Tim Stadelmayr)
37:0 – Tim Stadelmayr – 37-Yard-Fieldgoal
40:0 – Tim Stadelmayr – 52-Yard-Fieldgoal

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