Schach Hall muss hohe Niederlage hinnehmen

Eigentlich ein Punktegarant für den SK Hall: Sopiko Guramishvili verliert erstmals eine Partie in Haller Diensten.
Eigentlich ein Punktegarant für den SK Hall: Sopiko Guramishvili verliert erstmals eine Partie in Haller Diensten. © Foto: Thomas Marschner
Niederwiesa / THOMAS MARSCHNER 01.10.2015
Das hatten sich die Hallerinnen anders vorgestellt: Gegen die Rodewischer Schachmiezen setzt es ein 1:5. Dafür gelingt dem SK ein 5:1 gegen den Gastgeber.

Zum Auftakt der neuen Bundesligasaison ging es für Schwäbisch Hall und seinen neuen Reisepartner aus Deizisau in das sächsische Niederwiesa bei Chemnitz. Gespielt wurde in der renovierten alten Spinnerei im nahegelegenen Flöha. Die Gastgeberinnen gaben sich viel Mühe bei ihrem ersten Bundesligaheimspiel.

Gegen Aufsteiger Niederwiesa waren die Hallerinnen an allen Brettern nominell favorisiert und wurden ihrer Favoritenstellung auch gerecht. Es gab einen nie gefährdeten 5:1-Sieg. Den Ehrenpunkt für Niederwiesa holte Jungtalent Alina Zahn ausgerechnet gegen die Topscorerin der vergangenen Saison, Karina Ambartsumova. Sie riskierte zu viel und überschritt in dann auch schon deutlich schlechterer Stellung die Bedenkzeit.

Am nächsten Tag wartete ein anderes Kaliber. Es ging gegen die Rodewischer Schachmiezen, die dienstälteste Mannschaft der Frauenbundesliga. Die Schachmiezen traten fast in Bestbesetzung an und waren nominell leicht favorisiert. Schon in der Vorsaison hatte es für Schwäbisch Hall nur zu einem 3:3 gereicht, obwohl die Gegnerinnen wegen eines verpassten Flugs einer Spielerin ein Brett freilassen mussten. Am Ende gab es eine 1:5- Niederlage, die dem Spielverlauf aber nicht annähernd gerecht wurde. Im Fußball hätte man gesagt, der Sieg fiel mindestens zwei Tore zu hoch aus. Insbesondere an den Spitzenbrettern wurden in Zeitnot viele Chancen vergeben. Statt durchaus möglicher 2,5 Punkte verloren Karina Ambartsumova, Sopiko Guramishvili mit ihrer ersten Niederlage für Schwäbisch Hall überhaupt, und Sophie Milliet nach sechs Stunden Gegenwehr gegen die starke Russin Anastasia Bodnaruk aus St. Petersburg drei hochspannende Partien.

Jetzt gilt die Konzentration den nächsten Spielen. Am 5. Dezember gibt sich Meister Baden-Baden in den Haller Stadtwerken die Ehre, tags drauf geht es mit Karlsruhe gegen einen weiteren Aufsteiger. Auch Baden-Baden startete nicht gut: Gegen Hamburg gab es ein sensationelles 3:3. Insbesondere die Niederlage von Superstar Alexandra Kosteniuk gegen Monika Socko überraschte.