• Haiti wird immer wieder von Krisen geplagt
  • Nun gab es in Haiti in der Karibik erneut ein Erdbeben
  • Erst langsam wird das Ausmaß und damit die Folgen und Schäden sichtbar
  • Manche Behörden ziehen Vergleiche zum Horror-Beben von 2010
Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,2 hat am Samstagmorgen den Süden des Karibikstaates Haiti erschüttert. Dabei kamen laut Zivilschutz 227 Menschen ums Leben, wie das „Haitian Press Network“ unter Berufung auf den Zivilschutz berichtete.

Erdbeben der Stärke 7,2 in Haiti

Das Beben hatte sich gegen 8.30 Uhr etwa 125 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince in einer Tiefe von rund zehn Kilometern ereignet. Den Berichten zufolge kamen 227 Menschen ums Leben. Unter den Toten war auch der ehemalige Senator Jean Gabriel Fortuné, der nach Informationen des Onlineportals „Gazette Haiti“ in der Stadt Cayes unter den Trümmern seines Hotels begraben wurde. In der Stadt Aquin kamen zwei Kinder im Alter von sieben und neun Jahren ums Leben.
Viele Gebäude wurden zerstört, wie auf Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zu sehen war. Menschen seien unter den Trümmern begraben, berichtete ein Augenzeuge aus Les Cayes, einer der größten Städte des Landes, dem „Haiti Press Network“. Bewohner des Departments Nippes, in dem das Epizentrum des Bebens lag, sendeten laut „Gazette Haiti“ einen SOS-Ruf an die Behörden, weil die Krankenhäuser überlastet seien.

Beben in Haiti 2021 weckt Erinnerungen an Erdbeben 2010

Das aktuelle Erdbeben weckt Erinnerungen an das verheerende Erdbeben im Jahr 2010, das mehr als 200.000 Menschenleben gefordert hatte. Interims-Premierminister Ariel Henry sprach von einer „dramatischen“ Situation und rief zu Solidarität auf.
Das Epizentrum des Erdbebens von 2010 lag nahe der dicht besiedelten Hauptstadt Port-au-Prince. Damals starben rund 222.000 Menschen, mehr als 300.000 wurden verletzt. Mehr als eine Million Menschen verloren ihr Zuhause. Die Schäden durch das Beben wurden auf 8 Milliarden US-Dollar (6,2 Milliarden Euro) geschätzt. Der Wiederaufbau kam auch durch die politische Instabilität nur schleppend in Gang.
Der bitterarme Karibikstaat Haiti wird immer wieder von schweren Beben heimgesucht. Zuletzt stürzte eine politische Krise das Land weiter ins Chaos. Im Juli war Haitis Präsident Jovenel Moïse ermordet worden.

Nachbeben am Samstag auf Haiti

Im weiteren Verlauf des Samstags wurde Haiti von mehreren Nachbeben erschüttert, die nach USGS-Angaben Stärken bis zu 5,2 erreichten. Die US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit (USAID) schrieb auf Twitter, Experten für Katastrophen seien vor Ort, um die Schäden zu beurteilen.

Folgen des Erdbebens in Haiti: Tsunami Warnung

Die Behörden gaben nach dem Erdbeben in Haiti am Samstagnachmittag eine Tsunami-Warnung heraus. Dies wurde aber kurze Zeit später wieder aufgehoben.