Schwäbisch Hall Hefeweizen wird Bier des Monats

Peter Göhler, Frank Winkel und Peter Theilacker (von links) präsentierten die Auszeichnung für das Bier des Monats Mai.
Peter Göhler, Frank Winkel und Peter Theilacker (von links) präsentierten die Auszeichnung für das Bier des Monats Mai. © Foto: s
Schwäbisch Hall / Guido Seyerle 04.06.2018
Der Pro-Bier-Club zeichnet die neue Kreation des Haller Morhenköpfles aus und würdigt sie als „Charakterbier“. Die Jury besteht auch aus ganz normalen Biertrinkern.

Der  Pro-Bier-Club gehört zu den bekanntesten Zusammenschluss von Bier-Liebhabern – 1600 Monats-Abos, weltweit 6000 Club-Mitglieder und 20 Jahre Marktzugehörigkeit sprechen Bände. „Es ist außergewöhnlich, dass eine Brauerei so oft diese Auszeichnung gewinnt“, sagte Club-Gründer Frank Winkel in der vergangenen Woche beim Besuch der Haller Löwenbrauerei. Die Jury des Clubs, die teilweise aus ganz normalen Biertrinkern besteht, hat das Mohrenköpfle-Hefeweizen zum Bier des Monats Mai gewählt.

Geschmack der Region treffen

Diplom-Biersommelier Frank Winkel und sein Geschäftspartner Matthias Kliemt sind hauptberufliche Biertester. Dem gebürtigen Dortmunder Winkel kam während seines Studiums die Idee mit dem Bierclub: „Ich war von den Fernseh-Bieren wie geblendet und stellte mir etwas vor – vom Konsumenten für den Konsumenten‘“. Während seiner Weiterbildung zum Sommelier lernte er auch die Besonderheiten des deutschen Marktes kennen, zum Beispiel den nord- und den süddeutschen Biertrinker. Während man nördlich von Frankfurt eher das Pils schätzt, greifen die Verbraucher im Süden verstärkt auf Helles, Weißbier und Export zurück. „Das können die Fernseh-Biere gar nicht leisten, sie müssen dem Geschmacksprofil einer möglichst großen Region gerecht werden“, hat Winkel beobachtet. „Kleinere Brauereien können auf den Geschmack einer Region eingehen.“

Die Verkostung zeigte auch prinzipielle Unterschiede. Weit verbreitete Biermarken ordnet Winkel meistens in die Rubrik „near water“ ein, also ohne größere Geschmacksbindung. „Dagegen ist das Mohrenköpfle ein Charakterbier.“ Peter Theilacker, geschäftsführender Gesellschafter der Löwenbrauerei, erklärte: „Wir geben dem Bier im Sudhaus und im Gärkeller die Zeit, die es braucht. Deshalb sind wir seit 2014 auch Mitglied des Slow-Brewing-Vereins.“ Theilacker sieht darin eine Gegenbewegung zum Fast Food. Beim preisgekrönten Mohrenköpfle-Hefeweizen handelt es sich um ein obergäriges Bier. Die in der Natur vorkommenden Hefen sind obergärig, sie arbeiten bei moderaten bis warmen Temperaturen am besten. Arbeiten bedeutet, dass Zucker bei 15 bis 20 Grad Celsius Umgebungstemperatur in Alkohol umgewandelt wird. In diesem Fall entstehen moderate 5,2 Volumenprozent Alkohol bei einer Stammwürze von 12,4 Prozent.

Die verwendeten Malzsorten: Weizenmalz, Pilsener Malz, Münchener Malz und Röstmalz. Dadurch entwickeln sich sowohl in der Nase wie auch am Gaumen ein vollmundiger Duft beziehungsweise Geschmack inklusive einer leichten Karamellnote bei einem lange stabilen weißbraunen Schaum. Die Bierfarbe ist bernsteinfarbig, der fruchtig-spritzige Geschmack inklusive leichter Süße sorgt für einen guten Trinkfluss.

Schon früher ausgezeichnet

Für das Landbier Mohrenköpfle, welches auf der Expo im Jahr 2000 erstmals vorgestellt wurde, ist diese Auszeichnung nicht die erste seiner Art. 2007 erhielt es bei den „European Beer Stars“ die Bronzemedaille. Viele DLG-Preise sowie der Bundesehrenpreis (2013) folgten.

Bei der nun vorgestellten Neuheit als Hefeweizen bedurfte es keiner Marktforschungsabteilung. „Peter Theilacker und ich haben uns zusammengesetzt und experimentiert“, erzählte Peter Göhler, Leiter Marketing und Vertrieb. „Dann haben wir mit Messbechern experimentiert und gespürt, da entsteht etwas Gutes.“ Theilacker ergänzt: „Wir haben ein erfrischendes und leichtes Weizen entwickelt.“

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