Deutschlands Klimaziel 2020 - Ist das noch zu schaffen?

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Um den Klimawandel zu begrenzen, müssen die Menschen weniger Treibhausgase wie CO2 in die Atmosphäre blasen als bisher. Manche Länder, darunter auch Deutschland, haben sich konkrete Ziele gesetzt: 40 Prozent weniger Emissionen bis 2020 und 80 bis 95 Prozent weniger bis 2050. Das Jahr 2020 ist schon ziemlich nahe gerückt. Schafft Deutschland das? Das sagt...

DIE BUNDESREGIERUNG: „Ich bin überzeugt, dass Klimaschutzziel 2020 kann und muss erreicht werden“, sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Allerdings dürften die derzeitigen Bemühungen nicht reichen, Zahlen dazu soll es Mitte Dezember geben. Hendricks setzt unter anderem auf das Abschalten von Kohlekraftwerken.

DIE WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFT: „Das Klimaziel wird aller Voraussicht nach nicht zu erreichen sein, da noch immer ein zu hoher Anteil von Kohlestrom im System ist und zu wenig getan wurde, um im Bereich Mobilität die Emissionen zu senken“, sagt Claudia Kemfert vom Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Die CO2-Preise im europäischen Emissionshandel, über den Treibhausgasproduzenten zahlen sollen, seien viel zu niedrig und böten kaum Anreize zum Sparen. Deutschland sollte bis 2040 aus der Kohle aussteigen.

DIE KLIMAFORSCHUNG: „Aus der klimawissenschaftlichen Analyse und den Pariser Klimaverträgen folgt, dass die klimaschädlichen Emissionen Deutschlands bis zur Jahrhundertmitte auf nahezu Null reduziert werden müssen“, sagt Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. „Es reicht nicht, Ziele von 2020 zu erfüllen, wenn der Weg hin zu erheblich größeren Reduktionen in den folgenden 20 Jahren nicht gleichzeitig entschlossen eröffnet wird.“

GREENPEACE: „Die Frage lautet längst nicht mehr, verpasst Deutschland das 40-Prozent-Ziel, sondern, wie weit liegen wir daneben?“, sagt Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid. „Ohne einen klaren Ausstiegspfad bei der besonders klimaschädlichen Kohle wird es nicht gehen.“

DIE OPPOSITION: „Das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020, mit dem Hendricks die CO2-Reduktions-Lücke bis 2020 schließen will, ist in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwunden“, kritisiert Annalena Baerbock, klimapolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag. Auch ihre Kollegin bei den Linken, Eva Bulling-Schröter, fordert schnelles Handeln: Deutschland drohe das 2020-Ziel „krachend“ zu verfehlen. Sie fordern Nachbesserungen etwa bei der Energiewende, im Verkehr und bei Heizungen für Gebäude.

Das steht im Pariser Klimaabkommen.

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