Reichsbürger erscheint wieder nicht vor Gericht

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Zum wiederholten Mal hätte sich gestern ein Reichsbürger aus Albershausen vor dem Amtsgericht Göppingen verantworten müssen – und wieder ist der Mann nicht erschienen.  Angeklagt war der selbsternannte „Konsul von Terrania“, der die Existenz der Bundesrepublik Deutschland bestreitet, wegen versuchten Betrugs. Er hatte Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt.

Rechtlich ist die Sache einfach: Wer einen Strafbefehl nicht akzeptiert, dann aber nicht zur Verhandlung erscheint, der muss eben doch bezahlen. So auch gestern: „Der Einspruch des Angeklagten gegen den Strafbefehl wird verworfen“, verkündete Richterin König. Bereits mehrfach hätte der Reichsbürger vor Gericht erscheinen sollen, meist tauchte er aber nicht auf.

Im Internet präsentiert der Mann sein Haus in Albershausen als Konsulat und Botschaft des Fantasiestaats „Terrania“. Das „Bündnis Freie Erde“, wie sich  Terrania auch nennt, stellt diverse Dokumente aus, unter anderem eine Art Personalausweis, genannt „Reise-Karte“, eigene Kfz-Kennzeichen und eine Art Geburtsurkunde, genannt „Urkunde Leben“. Wie auch die sogenannten Reichsbürger lehnen die Terranier die Bundesrepublik Deutschland ab. Auf der Homepage heißt es: „Seit 1949 hat Deutschland weder Friedensvertrag noch Währungshoheit (ist also nicht souverän).“

Im Juni 2016 hätte gegen den Albershäuser wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verhandelt werden sollen, er hatte Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid eingelegt, erschien dann aber nicht. Im August stand die nächste Verhandlung an, wieder hatte der „Konsul“ Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid eingelegt und wieder erschien er nicht vor Gericht: Es ging um einen Verstoß gegen die Gemeindepolizeiverordnung.

Ein anderes Mal hatte der Mann einen Termin im Sozialgericht, hier fanden Justizbeamte ein langes Messer, das er am Körper trug – um eventuell ein Brötchen zum Vesper aufschneiden zu können, soll er als Rechtfertigung für die Stichwaffe angegeben haben.  Im September schließlich wurden Polizisten bei dem damals 61-Jährigen wegen eines nicht bezahlten Bußgeldes vorstellig. Der Mann griff die Beamten an und verschmutzte anschließend deren Dienstwagen, indem er auf der Rückbank seine Notdurft verrichtete. Körperverletzung, Nötigung oder Missbrauch von Titeln seien nur einige aktenkundig gewordene Delikte des Mannes, sagte ein Polizeisprecher im Herbst.

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Kommentare

02.02.2017 12:54 Uhr

Gute Besserung, Herr Dengler

Gute Besserung, Herr Dengler!

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02.02.2017 10:17 Uhr

Presse und Politiker sollen sich schämen

Es ist schon bemerkenswert, was Sie sich hier wieder zurechtdengeln, Herr Dengler.

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02.02.2017 02:35 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Presse und Politiker sollen sich schämen””

Presseschreiberlinge wie Sie, Brinks, kennt man zwischenzeitlich zur Genüge. Sie verteidigen die Unverhältnismäßigkeit der Berichterstattung und Meinungsmache gegen Kommentare der Leser. Wenn es „nötig“ ist auch mit Ablenkungsmanövern und unsachlichen Angriffen.
In dem hier von mir kommentierten Fall ging es um einen Strafbefehl gegen den der Beschuldigte Einspruch erhoben hatte, dann jedoch diesen Akzeptierte in dem er nicht zu Verhandlung ging.
Was würden denn Sie sagen, wenn sie z.B. nach einem Fehler im Straßenverkehr einen Strafbefehl erhalten, diesem zuerst widersprechen, dann feststellen, dass es nicht lohnt darüber zu streiten und das Strafmaß akzeptieren, um sich weitere Kosten zu ersparen.
Wenn dann die Presse, mit Foto von ihrer Wohnung einen Artikel verfasst in dem sie als linker Chaot bezeichnet werden der sich nicht der Gerichtsverhandlung stellt.
Letztendlich ein Schreiberling in seinem Kommentar dann diesen Artikel auch noch verteidigt, in dem er auf Straftaten der Linken verweist wie das Anzünden von Autos in Berlin usw.

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01.02.2017 15:41 Uhr

Antwort auf „Presse und Politiker sollen sich schämen”

Ja klar, logisch, wer mit einem langen Messer bewaffnet vor einem Gericht erscheint, ist garantiert total harmlos und ganz sicher keinerlei Bedrohung für irgendjemanden. Wie kann man darauf überhaupt nur kommen?
Der ist garantiert genauso harmlos wie der bewaffnete Reichbürger, der vor einigen Monaten einen Polizeibeamter erschossen hat...

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01.02.2017 14:19 Uhr

Presse und Politiker sollen sich schämen

Es ist anscheinend die neue Masche der Politiker und Presse, angesichts der Wählerwanderung zu der AFD, von den eigentlichen Problemen abzulenken, in dem sie Leute, die in ihrer Fantasiewelt leben, an die Öffentlichkeit und in die Medien zerren, sie als Bedrohung für unseren Staat hinstellt und wegen bürokratischer Lappalien gegen sie mit geballter Staatsmacht anrückt, um sie zu medienwirksamen Reaktionen zu provozieren.

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