Die Sache mit dem Hämmerchen Was Reflexe über unsere Nerven aussagen

Reflexhammer auf einem Stethoskop: Am Knie lässt sich mit dem Reflexhammer besonders gut testen, ob die Nervenbahnen intakt sind. Foto: Arno Burgi
Reflexhammer auf einem Stethoskop: Am Knie lässt sich mit dem Reflexhammer besonders gut testen, ob die Nervenbahnen intakt sind. Foto: Arno Burgi © Foto: Arno Burgi
Hamburg / DPA 18.07.2018

Den Test vom Kinderarzt kennen die meisten noch: ein Hämmerchen, ein Knie, ein komisches Zucken. Bewegte sich das Bein dann nach oben, war der Herr Doktor zufrieden: Reflex vorhanden. Aber was soll das eigentlich? Wozu testen Ärzte das?

Was das ist?

Reflexe sind Regelkreise in Nervenbahnen, erläutert Mathias Gelderblom, Oberarzt an der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Funktioniert der Reflex, heißt das immer: Die Bahn ist in Ordnung.“ Es gibt diese Regelkreise an mehreren Stellen im Körper. An einer Stelle lässt sich besonders gut testen, ob der Regelkreis intakt ist: unterhalb der Kniescheibe.

Reizt man dort den Muskel, leitet dieser den Reiz an den Nerv weiter, der den Oberschenkel und das Rückenmark verbindet. Dieser sogenannte Nervus femoralis funkt wiederum zurück und aktiviert den Muskel - das Bein hebt sich. Hebt sich das Bein nicht, kann das bedeuten, dass etwas mit dem Nerv nicht stimmt.

Was also tun?

„Funktioniert der Reflex nicht, muss der Nerv gezielt weiter untersucht werden“, sagt Gelderblom. Denn das kann bedeuten, dass der Nerv irgendwo geschädigt ist. „Im Alltag würde man das vielleicht gar nicht merken. Durch den Reflextest wird es aber sichtbar.“

Das sei auch gut so, sagt der Arzt. Denn ist ein Nerv nur vorübergehend in seiner Funktion eingeschränkt, lässt diese sich eventuell wieder herstellen. Ist er aber dauerhaft geschädigt, kann er womöglich nicht mehr gerettet werden.

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