Immunisierung Ratschläge für Impfungen überarbeitet

Berlin / ih 23.09.2017

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut hat ihre neuen Impfempfehlungen veröffentlicht. Die Impfung gegen Hepatitis A und B empfiehlt die Stiko nun auch ehrenamtlich Tätigen, Auszubildenden, Praktikanten und Studierenden, die einem entsprechenden Risiko ausgesetzt sind – etwa im medizinischen Bereich.

 Bei der Grippeimpfung hat die Stiko endgültig die Empfehlung zurückgezogen, Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren bevorzugt mit dem über die Nase zu verabreichenden Lebendimpfstoff zu impfen.

Eine Auffrischimpfung gegen Tetanus bei geringfügigen, sauberen Wunden empfiehlt die Kommission nur noch dann, wenn seit der letzten Impfung mehr als zehn Jahre vergangen sind. Damit wurde die 2016 erfolgte Absenkung der Frist von zehn auf fünf Jahre rückgängig gemacht.

Kehrtwende bei Herpes Zoster

Seit 2013 ist in Deutschland ein Lebendimpfstoff zur Verhinderung eines Herpes zoster (HZ) beziehungsweise der durch HZ verursachten Nervenschmerzen (postherpetische Neuralgie) für über 50-Jährige verfügbar. Die Stiko empfiehlt sie nicht als Standardimpfung.

Die Entscheidung basiere auf der systematischen Bewertung der Daten zu Wirksamkeit, Schutzdauer und Sicherheit des Impfstoffs, heißt es in der Erklärung. So nehmen die Wahrscheinlichkeit, an HZ zu erkranken und die Schwere der Erkrankung mit dem Alter deutlich zu. Hingegen nimmt die Wirksamkeit der Impfung mit dem Alter ab. Zudem ist die Schutzdauer der Impfung nur für wenige Jahre belegt.

Info Eine ausführliche Darstellung aller Neuerungen und deren wissenschaftlichen Begründungen werden in den Ausgaben 35 und 36 des Epidemiologischen Bulletins veröffentlicht (www.rki.de). Auch die Impf-App STIKO@rki enthält die aktualisierten Impfempfehlungen.