Hautkrankheit Psoriasis: Betroffene ausgegrenzt

pte 09.09.2017

Unerträglicher Juckreiz, gerötete und schuppende Hautstellen, schmerzhafte Bläschen – Symptome einer Schuppenflechte, der Psoriasis, einer nicht ansteckenden Hauterkrankung. Trotzdem werden Betroffene häufig ausgegrenzt.

Der 25-Jährige Klaus etwa verhüllt seine Haut, auch bei 35 Grad im Schatten. Der Grund: „Ich habe am ganzen Oberkörper hässliche Schuppenflechtareale. Sogar meine Nägel sind betroffen. Zwar tut ein Bad im kühlen Wasser gut, aber ich schäme mich. Alle Blicke richten sich im Freibad angewidert auf mich, einmal hat mich sogar eine Frau angepöbelt, ich soll aus dem Wasser verschwinden, schließlich seien kleine Kinder in meiner Nähe.“

Grundsätzlich werden fünf Formen der Psoriasis unterschieden: die gewöhnliche Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris), die von Eiterbläschen begleitete Psoriasis pustulosa, die psoriatische Erythrodermie, eine besonders schwere Form, bei der der gesamte Körper gerötet ist, die Nagelpsoriasis und die Psoriasis-Arthritis, die die Gelenke befällt.

Fehlgesteuertes Immunsystem

„Schuppenflechte ist ein eigenes Krankheitsbild. Aufgrund einer Fehlsteuerung des Immunsystems können allerdings auch Organe wie der Darm oder das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt sein. Viele Schuppenflechte-Patienten leiden zusätzlich an Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes oder Depression. Die Therapie muss daher individuell auf den Einzelnen abgestimmt werden“, sagt der Hautarzt Dr. Rok Kokol aus dem österreichischen Graz.

Die Behandlung besteht in der Regel aus einer Kombinationstherapie mit verschiedenen Medikamenten, Salben und Spritzenkuren. „Die Verbesserung der Lebensqualität ist eines der obersten Ziele. Dafür ist es wichtig, die auslösenden Faktoren der chronischen Infektionen frühzeitig zu behandeln und auszuschalten“, sagt Kokol.

„Da es sich bei der Schuppenflechte um eine chronische Erkrankung handelt, benötigt man eine langfristige Strategie“, betont Kokol. „Inzwischen stehen den Patienten neue und erfolgsversprechende Therapiemethoden mit so genannten Biologika zur Verfügung, die den Entzündungsprozess unterdrücken, sodass die Symptome der Schuppenflechte nicht mehr auftreten.“ Vor allem bei einer Nagelbeteiligung seien Biologika oft die einzige wirksame Möglichkeit, um Entzündungen zu stoppen. Allerdings müssen vor deren Verabreichung chronische infektiöse Krankheiten wie Tuberkulose, Hepatitis oder eine HIV-Infektion ausgeschlossen werden.