Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch das geplante Gesetz für eine Impfpflicht gegen Masern auf den Weg bringen. Das Thema sorgt nach wie vor für große Diskussion. Aber was steckt hinter der Krankheit, wie wird sie übertragen, welche Symptome treten auf und wie werden Masern behandelt?

Was sind Masern?

Masern zählen zu den typischen Kinderkrankheiten. Sie werden durch Viren (Paramyxovirus) ausgelöst. Die Krankheit ist hoch ansteckend und wird von Mensch zu Mensch über die Luft übertragen. Acht bis zehn Tage nach der Infektion treten die ersten Symptome auf. Weitere vier bis sechs Tage später bildet sich der typische Hautausschläge (Exanthem). Bereits fünf Tage vor auftreten des Hautausschlags sind Betroffenen ansteckend.

Bei etwa jedem zehnten Betroffenen treten Komplikationen auf, daher darf die Krankheit nicht verharmlost werden.

Youtube Wie gefährlich sind Masern?

Was sind die Symptome von Masern?

Masern werden in zwei Phasen untergliedert. Phase eins kommt den meisten Eltern vor, wie eine schwere Erkältung. Das Kind hat Fieber, es hat Schnupfen und Husten. Die Augen tränen und das Kind fühlt sich matt. Koplik-Flecken können in diesem Stadium Aufschluss geben, ob es sich um Masern handelt. Bei diesen Flecken handelt es sich um rote Flecken mit einem weißen Punkt in der Mitte, die sich auf der Wangenschleimhaut, also im inneren des Mundes, abzeichnen.

Phase zwei kennzeichnet sich dann durch den typischen Hautausschlag. Hinter den Ohren breiten sich die roten Flecken aus und wandern über Gesicht und Rücken bis zu den Extremitäten. Zudem wird das Kind von einer zweiten Fieberwelle erfasst, dieses Mal mit höherer Temperatur als in Phase eins. Nach vier Tagen in Phase zwei sollte das Fieber sinken. Ist das nicht der Fall, ist ein Gang zum Arzt unumgänglich. Das Virus greift dann Organe an und kann lebensbedrohlich für Ihr Kind werden.

Wie behandle ich Masern?

Gegen das Masern-Virus gibt es keine Therapie. Demnach kann die Krankheit nur symptomatisch behandelt werden. Kranken Kindern wird strenge Bettruhe empfohlen, wegen dem hohen Fieber sollte das Kind viel trinken und Zäpfchen mit Ibuprofen oder Paracetamol können Linderung verschaffen.

Welche Probleme kann es geben?

Masern sind eine ernstzunehmende Krankheit, weshalb Eltern auch von den so genannten Masern-Partys abgeraten wird, bei denen Kinder absichtlich der Infektion ausgesetzt werden. Das Virus schwächst das Immunsystem der betroffenen Kinder und kann auch die Organe angreifen. In besonders schweren, seltenen Fällen, kann es im Folge der Maserninfektion zu einer Hirnhautentzündung kommen. Diese so genannte Masern-Enzephalitis betrifft etwa ein Kind von Tausend. Die Folge: bei diesem Verlauf der Krankheit können geistige und körperliche Behinderungen bleiben, im schlimmsten Fall führt diese Form sogar zum Tod.

Masern-Impfung: ja oder nein?

Generell wird von Fachleuten eine Impfung gegen Masern empfohlen. Die erste Impfung erfolgt zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat. Eine Zweite ist dann vier Wochen später, zwischen dem 15. und 23. Monat, fällig. Durch die Impfung wird das Immunsystem angeregt Abwehrstoffe gegen das Virus zu bilden, damit der Körper dann im Fall der Erkrankung das Virus bereits kennt und schnell mit den richtigen Abwehrstoffen reagieren kann. Bei 99 Prozent führt die Impfung zu einer lebenslangen Immunität. Auch bei einer Impfung können Komplikationen auftreten. Jedoch ist das Risiko wesentlich geringer. Von einer Million geimpfter Kinder, erkrankt etwa eines an der gefährlichen Masern-Enzephalitis.

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