Gesundheit Schlaganfall: Die wichtigsten Symptome

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute - je schneller der Patient behandelt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für bleibende Schäden.
Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute - je schneller der Patient behandelt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für bleibende Schäden. © Foto: Jan Woitas/dpa
Berlin / dpa 09.05.2018
Plötzlich hängt der Mundwinkel, ein Bein oder Arm fühlt sich wie gelähmt an, das Sprechen fällt schwer. Das können Symptome für einen Schlaganfall sein. Dann ist schnelle ärztliche Hilfe notwendig.

Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten Erkrankungen und Todesursachen in Deutschland und weltweit. Er ist zudem die häufigste Ursache für bleibende Behinderungen bei Erwachsenen.

Was ist ein Schlaganfall und wie macht er sich bemerkbar?

Bei einem Schlaganfall werden bestimmte Bereiche des Gehirns nur noch mangelhaft mit Blut und Sauerstoff versorgt - entweder infolge eines Gefäßverschlusses oder seltener infolge einer Hirnblutung. Gehirnzellen beginnen abzusterben, Gehirnfunktionen sind gestört oder fallen ganz aus.

Was sind die Ursachen?

Die Hauptursachen für Gefäßverschluss ist Arteriosklerose, also eine schrittweise Verkalkung von Hals- oder Hirnschlagadern. Auch Blutgerinnsel, die ins Hirn gelangen, können ein Gefäß verschließen und so die Versorgung mit Blut und Sauerstoff einschränken. Beim sehr viel seltener auftretenden Schlaganfall als Folge einer Hirnblutung platzen kleine Arterien im Gehirn, häufig als Folge eines Bluthochdrucks.

Was sind die Symptome?

Sie hängen davon ab, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist und wie schwer der Schlaganfall ist. Ein Anzeichen kann ein hängender Mundwinkel sein. Es können auch Lähmungen und Taubheitsgefühle in Arm, Bein oder Gesicht auftreten - meist in einer Körperhälfte - oder Sprach-, Seh- und Gleichgewichtsstörungen sowie heftige Kopfschmerzen.

Was ist bei einem Verdacht auf Schlaganfall zu tun?

Schnelle Hilfe ist nötig, es zählt jede Minute. Daher sollte man bei Verdacht auf Schlaganfall sofort den Notarzt rufen und sagen, dass es sich um einen Schlaganfall handeln könnte. Denn abgestorbene Hirnzellen können sich nicht mehr erholen. Je weniger Zeit zwischen den ersten Symptomen und der Behandlung liegt, desto günstiger ist die Prognose.

Wie oft kommt es zu einem Schlaganfall?

Etwa 200.000 Menschen in Deutschland erleiden nach Expertenangaben pro Jahr erstmals einen Schlaganfall, weitere 70.000 zum wiederholten Mal. Laut einer Studie des Robert Koch Instituts (RKI) hatten schätzungsweise etwa 1,8 Millionen Menschen im Alter ab 18 Jahren schon einmal einen Schlaganfall.

Wer ist besonders gefährdet?

Das Risiko steigt mit dem Alter. Die Mehrzahl der Betroffenen ist älter als 60 Jahre. Aber auch junge Menschen können einen Schlaganfall bekommen. Menschen, die unter Bluthochdruck oder Vorhofflimmern leiden - einer speziellen Herzrhythmusstörung -, haben ein erhöhtes Risiko.

Muss mit bleibenden Schäden gerechnet werden?

Beschwerden wie Lähmungen oder Sprachstörungen bessern sich oft im Laufe der Zeit, die Beeinträchtigungen können aber auch dauerhaft sein. Außerdem ist das Risiko für einen weiteren Schlaganfall erhöht. Die gute Nachricht zum Schluss: Die Sterblichkeit nach Schlaganfällen ist in den vergangenen Jahren gesunken.