UV-Licht Achtung Sonnenbrand: So schützen Sie sich

Zu viel Sonne ist gefährlich – es sei denn, man weiß sich richtig zu schützen.
Zu viel Sonne ist gefährlich – es sei denn, man weiß sich richtig zu schützen. © Foto: dpa/ Yui Mok
Ulm / wez 08.05.2018
In der Sonne brutzeln – für viele unverzichtbar. Hier gibt’s Tipps, wie Sie sich vor einem Sonnenbrand schützen.

In der Sonne liegen, die Sonne genießen, sich bräunen – in Parks, an Badeseen und Flussufern, überall sind die Sonnenanbeter derzeit wieder anzutreffen. Das Ganze hat aber auch seine Schattenseiten. UV-Strahlung wirkt auf unsere Augen und Haut ein. Hornhautentzündung, Bindehautentzündung, Sonnenbrand, langfristig auch Grauer Star, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs können Folgen von zu viel Sonnentanken sein. Um so wichtiger, sich schützen.

Sonnenbrand und Sonnenstich: Zwei Paar Stiefel

Doch wie kommt es überhaupt zum Sonnenbrand? „Durch UV-Strahlung. Es kommt zu einer Schädigung der Oberhaut. Die Hautzellen sterben ab“, sagt Thorsten Peters, Oberarzt in der Hautklinik der Uni Ulm. Anders der Sonnenstich: Man kann ihn auch ohne einen Sonnenbrand kriegen. Er entsteht, weil „Wärme und Hitzestrahlung auf den Körper einwirken. Der Flüssigkeitshaushalt gerät aus den Angeln.“ Besonders Kinder und ältere Menschen sind gefährdet, aber zum Beispiel auch ein Jogger, der in der prallen Sonne läuft und zu wenig trinkt.

Das Alter spielt eine Rolle

Was tun, um den Gefährdungen von Sonnenbrand und Co. zu entgehen? „Kinder unter zwei Jahren sind extrem gefährdet“, sagt Peters. „Sie gehören gar nicht in die Sonne. Ein Sonnenbrand ist schon gefährlich.“ Auch unter 18-Jährige sollten nur mit Sonnenschutz in die Sonne. „Ein Sonnenbrand hinterlässt Schäden, die besonders gravierend sind, je jünger man ist.“ Zwar verfügt der Körper über Reparaturprozesse. Dieser Mechanismus versage aber umso eher, je mehr Sonnenbrände jemand erlitten hat. Für Minderjährige gilt außerdem ein gesetzliches Sonnenstudio-Verbot.

Nicht nur das Alter, auch der Hauttyp ist relevant. Je dunkler die Haut – übrigens auch Haar und Augen –, desto geringer sei das Risiko für Schäden durch UV-Licht, sagt Peters.

Nicht jede Kleidung schützt

Kleidung schützt vor UV-Strahlung – aber nur „lichtdichte Textilien“. Hell gefärbte und dünne Textilien, Kleidung also, bei der Licht durchkommt, wenn man sie gegen die Sonne hält, ist als Schutz nicht ausreichend. Kopfbedeckungen sollten dicht gewebt sein, insbesondere weiße. Hüte für Kinder sollten zudem eine breite Krempe haben. Übrigens: Auch dichtes und dunkles Kopfhaar sei „ein Schutz“. Wenn man einen Wirbel oder Scheitel hat, wo Licht hinkommt, kann man sich an diesen Stellen aber trotzdem verbrennen. Ähnliches gilt für die Körperbehaarung: „Wenn es in Richtung Bärenfell geht, hält das physikalisch Licht weg“, sagt Peters. Wo aber Lücken sind, kommt Sonne hin.

Fallstrick Selbstbräuner

Ein weiterer Schutz: Sonnencreme. Sie sollte einen Lichtschutzfaktor von 30 bis 50 aufweisen. „Das ist ein vernünftiger Schutz“, sagt Peters. Bei dunklem Hauttyp reicht auch ein Faktor von 12 oder 15. Wichtig: Im Hochsommer sollte man die Creme alle zwei bis drei Stunden erneut auftragen, außerhalb der heißesten Zeit alle vier bis fünf Stunden. Denn mit der Zeit wird die Creme-Schicht dünner, zum Beispiel durch Schwitzen oder Abtrocknen. Selbst wer schon gebräunt ist, sollte nicht auf Sonnencreme verzichten: „Zwar reduziert es etwas das Risiko eines Sonnenbrands, aber der Schutz ist nicht vergleichbar mit einer Sonnencreme“, sagt Peters. Ein „Fallstrick“ seien Selbstbräuner. Für die Haut zwar nicht schädlich, schützten sie vor der Sonne aber „überhaupt nicht“.

Schatten nur geringer Lichtschutzfaktor

Auch äußere Umstände spielen beim Sonnenschutz eine Rolle. Wolken, Bäume oder Sonnenschirme werfen einen Schatten. Aber: Laut Peters hat er nur einen Lichtschutzfaktor von zwei bis drei. Je tiefer man unter Wasser taucht, desto mehr UV-Licht werde blockiert. Steht man allerdings in seichtem Gewässer, „kommt die Strahlung nicht nur von oben, sondern wird vom Wasser in alle Richtungen reflektiert.“ Gleiches gelte übrigens für Schnee. Nasse Haut ist doppelt gefährlich: Die Wassertröpfchen sind „wie eine Brennlinse auf der Haut, können die Sonnenstrahlen bündeln“. Zudem fehle der Wärmeeffekt – man unterschätzt die Intensität der Sonne. Sehr hoch sei der UV-Index im Gebirge. Hinzu kommt: Auch bei gekühlter Haut fehle der Wärmeeffekt. Außerdem laufen die Schädigungsprozesse durch die UV-Strahlung noch schneller ab.